Sunday, September 27th, 2009
Manchmal will man ja vor der eigentlichen Vorspeise einen kleinen Gimmick reichen - Gruß aus der Küche-Gedöns - zum Öffnen der Herzen und Mägen. Bevor wir neulich zwei Christian Henze Rezepte ausprobiert haben (MDR-Fernseh-Koch), gabs zu einem leichten Sommer-Weißen vom Bodensee für jeden zwei im Ofen gebackene Baby-Artischocken.
Da man sowieso nur das Innere und im Zweifelsfall die Herzen der Artischocken isst, habe ich sie gar nicht erst gewaschen, sondern gleich reichlich mit Olivenöl übergossen und aufs Blech und bei 180 Grad ein paar Minuten im Ofen backen lassen. Am Ende streut man je nach Gusto noch Meersalz drüber und fertig ist die Abblätterei als Gimmick. Mal im Ernst: Viel dran ist an so einer Artischocke ja sowieso nicht, von daher ist es nicht mehr als ein aufmerksamkeitsheischender Klingelton, der ein Essen einläutet.
Saturday, April 18th, 2009
Die Vorstellung, dass ich diesen Dip in SFO gerührt habe, dass ich ihn dort gekauft habe, dass ich dieses kleine Glas irgendwo im Castro für ein paar Dollar in einem Öko-Laden mitgenommen habe, ist zu schön, um wahr zu sein. Ich habs hier in Hamburg auf dem Eppendorfer Weg gekauft in einem meiner neuen Lieblingsläden mit dem schönen Namen RuBios. Ich weiß nicht, wer Ru ist, vielleicht die Besitzerin, vielleicht heißt sie ja Ruth. Die Lebensmittel sind alle in Bio-Qualität. Das Angebot reicht von Wurst, Käse bis hin zu Ölen, Pasten und eben diesem Dip. Dazu kann man in einer Ecke alles verkosten und Kaffee trinken und Kuchen essen. Und drumrum sind noch jede Menge andere Läden, in denen man leckere Lebensmittel bekommt, zum Beispiel ein vom Feinschmecker gelisteter Laden, der ganz besondere Kaffeesorten, Tee und Schokoladen verkauft, nämlich die Kafferösterei Burg - alles im Eppendorfer Weg 252. www.kaffeeroesterei-burg.de

Aber zurück zu meinem Morgendip. Die rote Farbe kommt von den getrockneten Tomatenflocken. Dazu sind noch Knoblauch, Salz, Paprika, Oregano, Basilikum, Zwiebeln und Sojaöl in Bestandteilen in diesem Gemisch enthalten. Da alles ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker hergestellt worden ist, muss man den Dip erstens schnell aufbrauchen und zweitens schmeckt er nicht nach E sonstwiewas, sondern nach Gemüse. Einen Teelöffel rührt man am besten in cremigem Joghurt an, etwa 150 - 200 gr reichen. Das Ganze muss etwa 5 Minuten eingerührt ziehen, damit sich die Gemüseflocken entfalten können und der Joghurt den Geschmack annimmt. Natürlich kann man den Dip auch in etwas Wasser und Olivenöl anrühren, oder vielleicht in Creme fraiche oder Quark. Ich glaube, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Das Ganze dann auf Knäckebrot oder mit Baguette gegessen, ist sehr frisch und lecker und hat auch nicht viel Kalorien.
Die Idee, dass ich diesen Dip in SFO gekauft haben könnte, lässt mich gleich nach einem Flugticket stöbern. 450 Euro hin und zurück. Soll ich?! Vielleicht - ganz sicher - gibts den Dip auch in Kalifornien und wenn nicht, macht man ihn frisch oder mit ganz anderen Zutaten irgendwo am Meer. Was für eine schöne Vorstellung.
Tuesday, January 20th, 2009
Ich finde, Freitag sollte generell Feiertag werden, nicht, weil ich freitags nicht arbeiten möchte - das kommt nur dazu - nein, weil Freitag das SZ-Magazin erscheint. Woll. Denn darin findet man mit schöner Regelmäßigkeit ein kleines Schmankerl, geh, seids so guad, verzeihts mir des Wortspiel*, gell - 3 Dinge, aus welchen man ein kleines leckeres Dreierlei zaubern kann. Diesmal: Gefüllte Datteln im Schinken-Mantel. Eine kleine aber feine, würzige (nach 8 Stück sehr satt machende) Delikatesse - sorry, aber ich als Koch muss doch alles aufessen und da war niemand, mit dem ich mir das teilen konnte…… Bevor man mit dem fröhlichen Dreierlei loslegt, heize man den Ofen auf ca 200 Grad. Dann nehme man pro Person zwei große Bio-Datteln, schneide die an der Seite auf und fülle sie mit Parmigiano-Reggiano, isse Parmesane Käse, kanne sein aus die Käse-Theke, kanne sein aus die Käse-Regale - isse egale. Dann wickele man ein Stück Schinken oder Schinkenspeck um die gefüllte Dattel und schiebe die Kreationen in den Ofen. Halt: Vorher mit einem Zahnstocher durchdringen, so dass der Schinken sich nicht abrollen kann. Zack ab in den Ofen. Nun ein paar Minuten - vielleicht so 5 - 10 - brutzeln lassen und heiß servieren. Ich habe mir zu diesen Sticks ein Glas Sollatio gegönnt, sizilianischer Bio-Rotwein, 2006. Nicht schlecht!

Die SZ erscheint im süddeutschen Raum, daher meine Verballhornung (eines meiner Lieblingswörter) der bajuwarischen Mundart. Des is net bes gmoant!
Sunday, September 28th, 2008
Sonntagmorgen-Frühstück, was Warmes, was Kaltes? Ach lieber was Warmes, irgendwas mit Ei und so - meine Gemüts- und Geschmackslage heute morgen. Und da ich gestern Mangold gekauft hatte, eigentlich für Gemüse, zack: Mangold-Frittata ist ein gutes Rezept und schmeckt so richtig gut am Morgen. Denn das versprochene Schlesische Himmelreich wollte ich dann doch nicht heute morgen hier posten geschweige denn kochen, denn das ist - intensive Recherche - eine nicht nur ziemlich fettige, sondern auch mächtige Angelegenheit, mit viel Schweinebauch und Dörrobst, ist lecker - keine Frage aber nichts für ein Sonntags-Frühstück. Also braucht man für 2 Esser eine halbe rote Paprika, eine halbe rote Zwiebel, eine Knoblauchzehe, etwa 200 gr frischen Mangold, 50 gr Fenchelsalami, 2 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Muskatnuss und 4 Eier sowie eine Handvoll Kirschtomaten. Die Paprika grob würfeln, die Zwiebel in Scheiben schneiden, den Knoblauch hacken. Mangold in Stiele und Blätter teilen, beides fein in Streifen schneiden, ebenso die Fenchelsalami. Öl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen, die Mangoldstiele, Paprika, Knoblauch und Zwiebel bei mittlerer Hitze darin andünsten. Danach die Mangold-Blätter dazugeben und nochmal eine Minute dünsten. Mit Salz, Peffer und Muskatnuss würzen und dann die Salami untermischen. Den Backofen auf 190 Grad vorheizen und parallel die Eier mit etwas Salz und Pfeffer verquirlen. Entweder alles in die Pfanne dazugeben und darauf die Kirschtomaten verteilen und die Pfanne dann anschließend in den Backofen stellen oder aber - wer keine ofenfeste Pfanne hat - alles in eine Auflaufform füllen - zuerst das Gemüsegemisch und darüber dann die Eier und zum Schluss die Tomaten - und dann erst ab in den Ofen. Bei erwähnten 190 Grad etwa 25 Minuten backen, herausnehmen, auf ein Brett oder einen großen Teller geben (Vorsicht kann auseinander brechen), leicht abkühlen lassen und dann in Portionen schneiden. Das ist lecker, sage ich euch. Ich habe eben, hüstel, die ganze Pfanne aufgegessen, nein, den Inhalt.

Wednesday, September 17th, 2008
Es sieht gut aus, aber ich habe das Rezept verlegt - ich will es gleich vorweg sagen….ich habe meine Wohnung komplett malern und renovieren lassen und dabei alles ausgeräumt und quasi nach dem Moto simplify your life jede Menge Dinge weggeworfen, verschenkt, verkauft und damit viel Unordnung in meine Rezepte und Rezeptzeitschriften gebracht. Nun sitze ich da - mit schlechtem Gewissen wegen des Blog-Lochs, fast einen Monat nicht geschrieben und dann auch noch das Rezept vergeigt. Sorry. Ich lasse nie wieder renovieren. Besser so. Obwohl die Wohnung mir seitdem ungleich größer und heller vorkommt. Was man auf dem Foto sieht ist eine Batterie Königinpasteten gefüllt mit Pfifferlingen in Sahnesauce und vermutlich Kräutern und obenauf einem Klecks Sahne. Oh je, ist das eine billige Beschreibung. Aber beim besten Willen - genauer bekomme ich es nicht mehr hin. DAS IST MIR JA NOCH NIE PASSIERT! Genug der Lamentiererei. Et is wie et is.
Also, ich fahre ja Sonntag in die Oberlausitz für einen neuen Film. Oberlausitz - das ist für all jene, die es nicht wissen, die Gegend zwischen Görlitz, Zittau (Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland) und Bautzen. Sehr, sehr schön - ich war letztens zum ersten mal dort - Vorbesichtigung - und bin zu dem Schluss gekommen, dass man da nochmal in Ruhe hinfahren muss. So eine landschaftlich schöne Gegend. Wandern, Ruhe, wunderschön sanierte Innenstädte, Klöster - es hat mich echt erwischt! Und da habe ich auf einer Speisekarte gelesen “Schlesisches Himmelreich” - ich frage den Koch Löcher in den Bauch, was das wohl sein mag und poste es hier, wenn ich zurück bin. Mit Rezept! Cheers.
Wednesday, August 6th, 2008
Jetzt, wo ich wieder täglich in die Redaktion muss, erinnere ich mich gern an die Tage in Frankreich, ans einkaufen, kochen, faulenzen. Einer unserer abendlichen Vorspeisen-Hits war überbackener Ziegenkäse - ist jetzt nicht die Überraschung, kulinarische Sensation, aber doch ein Schmankerl, dass ich hier posten will. Man nimmt eine ganze Ziegenrolle und schneidet diese in ca. 2 cm dicke Scheiben. In eine Auflaufform etwas Olivenöl schütten und die Scheiben nebeneinander hinein legen. Darauf kommt nun frisch gemahlener grober Pfeffer und auf jedes Stück ein anständiger Klecks Honig. Obendrauf Rosmarinzweige und ab in den Ofen. So lange bei 180 Grad im Ofen lassen, bis der Käse leicht anfängt zu schmelzen, dann raus und mit warmem Ciabatta/Baguette sofort servieren. Köstlich.
Wednesday, July 16th, 2008
Ich liebe Linsensalat - und ganz besonders diesen. Und während ich hier so sitze und im MDR einen alten Polizeiruf 110 schaue mit Helga (”hier kommt die Süße”) Hahnemann als Kellnerin auf einem “Weisse Flotte”Schiff, will ich das Rezept mit Euch teilen, denn der Salat ist göttlich. Linsen mit gesüßten Möhren, frischem Ziegenkäse und Thymian. Alles was man braucht, sind für 2 Esser 100 gr Puy Linsen oder rote Linsen oder Linsen, aus denen man eben mal einen Salat machen möchte - aber keine für Linsensuppe! Die Linsen mit kaltem Wasser in einen Topf geben und aufkochen, einen halben TL Kreuzkümmel und eine halbe fein gehackte Zwiebel dazugeben und etwa 30 bis 40 Minuten köcheln lassen. Danach alles in einem Sieb abtropfen lassen. Aus 2 EL Olivenöl, 1 EL Balsamicoessig und einer halben fein gehackten Schalotte eine Vinaigrette rühren, an die Linsen geben und durchziehen lassen, dabei unbedingt warm halten. Für die karamellisierten Möhren etwas Butter in eine Pfanne geben, heiß werden lassen, einen TL Zucker und eine in Scheiben geschnittene Möhre dazugeben und etwa eine Viertelstunde köcheln lassen. Dann einen Schuss (nicht mehr als 2 TL) Sprudelwasser zuschütten und so lange köcheln lassen, bis die Möhren gar sind und glänzen. Das dauert gar nicht lange. Irgendwie hat sich mir der Sinn des Mineralwassers nicht so ganz erschlossen, aber gut, das Rezept wollte es so, vielleicht gehts auch ohne, ich habs noch nicht ausprobiert, einen Versuch wäre es wert. Die Linsen auf einem Teller portionieren, die Möhren darübergeben, etwas frischen Thymian und den frischen Ziegenkäse zerbröseln und obendrauf. Hammer!
Monday, June 23rd, 2008
Der Sommer lässt schön grüßen, das ist das perfekte, leichte Sommeressen. Ein kräftiger Couscous-Salat in ausgehöhlten Tomaten. Pro Person reichen 2 große, fleischige Tomaten. Den Deckel abschneiden, wenn möglich noch den Stiel dran lassen, das macht sich beim Servieren recht dekorativ. Die Tomaten aushöhlen und beiseite stellen. Für die Füllung braucht man 50 gr Couscous, ca. 80 ml Gebflügelbrühe (instant), 1 Zweig Minze, 1 kleine Schalotte, 1 Knoblauchzehe, etwas Olivenöl, einen Schuss weißen Balsamico-Essig, einen EL gerösteter Pinienkerne, 75 gr Feta (Schafkäse), Salz und Pfeffer.
Die Brühe aufkochen, über den Couscous gießen und ca. 5 Minuten ziehen und quellen lassen. Die Minze waschen, Blättchen abzupfen und hacken. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Schalotte und den Knoblauch abziehen, würfeln und in Öl andünsten. Mit dem Schuss Balsamico-Essig ablöschen und mit den Pinienkernen, dem zerbröselten Feta und der Minze vermischen. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Couscous in die Tomaten füllen. Den Tomaten-Deckel darauf setzen und die Tomaten in eine ofenfeste Form geben. Mit etwas Öl beträufeln, Prise Salz und Pfeffer darüberstreuen und ab in den Ofen. Nach 10 Minuten ist alles fertig. Ich finde, man kann die Tomaten sehr gut warm aber auch kalt essen - wenn man mal zu viel gemacht hat.