Monday, September 29th, 2008
Ich will euch einen Tee nahebringen, der mir schmeckt und den man auch im Internet kaufen kann, weil er an einem Ort gemacht wird, der für viele von euch wohl weit weg sein dürfte. Ich war ja vergangene Woche in der Oberlausitz unterwegs für eine Reportage. Sendetermin im MDR Fernsehen wird der 09.11.08, 21 Uhr sein, alle GfK-Geräte-Besitzer einschalten bitte. In der Vorwoche sonntags läuft übrigens auch ein Film von mir, gedreht in Südthüringen. GfK Quotengötter - einschalten! Also zurück zur Oberlausitz - wir haben da ein Kloster besucht, St. Marienthal in einem kleinen Ort namens Ostritz, südlich von Görlitz. Gedreht haben wir hier u.a. mit Schwester Notburga - und genau diese Begegnungen sind es, die mich immer wieder sagen lassen, ich hab den spannendsten Job der Welt und bekomme sogar noch Geld dafür! Also Notburga - Ungarndeutsche, seit den frühen 50ern in Sachsen, heute 82 Jahre alt und ein verschmitztes Lächeln und lachende Augen, wie ich sie selten gesehen habe bei alten Menschen. Seit mehr als 50 Jahren backt Notburga nun das Brot im Kloster und auch jetzt im späten September schon mal Plätzchen (ich hab sie tütenweise gegessen, ich schwörs). Auf mich wirkte sie glücklich und mit sich im Reinen. Die lebendigsten Interview-Sequenzen haben wir mit ihr in ihrem eigenen kleinen Kräutergarten gedreht wo sie nicht mehr und nicht weniger als 60 verschiedene Kräuter auf etwa 100 Quadratmetern anbaut. Unter anderem auch Melisse, Minze und viele andere.

Daraus macht das Kloster Tee mit Orangenminze, Zitronenmelisse, Salbei, Holunderblüten und Thymian, öko, versteht sich und verkauft ihn. Jeden Morgen trinke ich nun diesen Tee, frisch, minzig und genau das Richtige an einem Herbstmorgen. Die Zubereitung ist ganz einfach, gewählte Menge an Tee mit kochendem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen, so stehts zumindest auf der Packung, 40 gr für 4 Euro. Teuer - aber gut, außerdem geht ein gewisser Prozentsatz in die Erhaltung und Sanierung des Klosters. 10 Minuten finde ich - und im Übrigen auch Notburga - etwas lang, sie hat mich extra nochmal darauf hingewiesen, dass sie ihren Tee nur etwa 4 Minuten ziehen lässt. Bilder von ihr und das ganze Interview gibts am 09.11., bis dahin - Tee trinken! Ach ja, die Bezugsadresse ist übrigens www.kloster-marienthal.de und sich dann zum Klostermarkt durchklicken.
Sunday, September 28th, 2008
Sonntagmorgen-Frühstück, was Warmes, was Kaltes? Ach lieber was Warmes, irgendwas mit Ei und so - meine Gemüts- und Geschmackslage heute morgen. Und da ich gestern Mangold gekauft hatte, eigentlich für Gemüse, zack: Mangold-Frittata ist ein gutes Rezept und schmeckt so richtig gut am Morgen. Denn das versprochene Schlesische Himmelreich wollte ich dann doch nicht heute morgen hier posten geschweige denn kochen, denn das ist - intensive Recherche - eine nicht nur ziemlich fettige, sondern auch mächtige Angelegenheit, mit viel Schweinebauch und Dörrobst, ist lecker - keine Frage aber nichts für ein Sonntags-Frühstück. Also braucht man für 2 Esser eine halbe rote Paprika, eine halbe rote Zwiebel, eine Knoblauchzehe, etwa 200 gr frischen Mangold, 50 gr Fenchelsalami, 2 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Muskatnuss und 4 Eier sowie eine Handvoll Kirschtomaten. Die Paprika grob würfeln, die Zwiebel in Scheiben schneiden, den Knoblauch hacken. Mangold in Stiele und Blätter teilen, beides fein in Streifen schneiden, ebenso die Fenchelsalami. Öl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen, die Mangoldstiele, Paprika, Knoblauch und Zwiebel bei mittlerer Hitze darin andünsten. Danach die Mangold-Blätter dazugeben und nochmal eine Minute dünsten. Mit Salz, Peffer und Muskatnuss würzen und dann die Salami untermischen. Den Backofen auf 190 Grad vorheizen und parallel die Eier mit etwas Salz und Pfeffer verquirlen. Entweder alles in die Pfanne dazugeben und darauf die Kirschtomaten verteilen und die Pfanne dann anschließend in den Backofen stellen oder aber - wer keine ofenfeste Pfanne hat - alles in eine Auflaufform füllen - zuerst das Gemüsegemisch und darüber dann die Eier und zum Schluss die Tomaten - und dann erst ab in den Ofen. Bei erwähnten 190 Grad etwa 25 Minuten backen, herausnehmen, auf ein Brett oder einen großen Teller geben (Vorsicht kann auseinander brechen), leicht abkühlen lassen und dann in Portionen schneiden. Das ist lecker, sage ich euch. Ich habe eben, hüstel, die ganze Pfanne aufgegessen, nein, den Inhalt.

Sunday, September 21st, 2008
Ich habe ein neues Kochbuch geschenkt bekommen zum Geburtstag. “Die Küche der Provence. Eine Kochschule für Genießer” ist für mich geschrieben worden - hey, Danke, Heike! Witzigerweise sind die Rezepte und Gerichte nach Wochentagen geordnet, ich habe mir als erstes aus dem wunderschön fotografierten Buch ein Rezept ausgesucht, das die Autoren als Dessert für das Donnerstag Abendmenü vorschlagen. Nachdem ich es jetzt probiert habe, würde ich vorschlagen, alle Diät-Verächter dürfen es auch an den restlichen Tagen essen. Und zwar: Gebratene Feigen mit Sahne. Ich bin seit einem Griechenland-Urlaub, bei dem ich - ganz bilderbuchmäßig - die Feigen vom Baum gegessen habe, großer Feigen-Fan und mag sie eigentlich am liebsten frisch - aber gut. Ich sags gleich vorweg, die Zutaten für das Dessert sind sehr reichlich bemessen und ich habe mich gefragt, wer so eine Portion essen soll, wenn er vorher schon eine Vorspeise und einen Hauptgang hat. Das Rezept ist wohl - ich kann es nicht beurteilen, denn ich war noch nie in der Provence - ein Dessert-Klassiker. Hauptbestandteile sind geröstete Pinienkerne und in der Pfanne gebratene Feigen. Für 4 Esser sieht das Rezept folgende Mengen vor: 12 reife und dennoch feste Feigen (sind für jeden 3, ich finde, zwei reichen völlig aus, d.h. dann würden sich auch die restlichen Zutaten etwas verringern). Dazu noch 30 gr Mandelblättchen, 50 gr Pinienkerne, 60 gr Butter, 100 gr Zucker, Saft einer kleinen Zitrone und 150 gr gekühlte Crème fraîche.
Die Mandelblättchen und die Pinienkerne auf Backpapier in den 200 Grad heißen Backofen schieben und innerhalb weniger Minuten goldgelb werden lassen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Von den Feigen die Stielansätze abschneiden und dann die Früchte von Hand etwas runder formen, dabei sollte man ziemlich vorsichtig sein, denn reife Feigen matschen schnell und dann kann man das Braten vergessen. Die Butter bei mittlerer Temperatur in einer Pfanne zerlassen, die Feigen hineinsetzen und mit 2 EL Zucker bestreuen. 4 EL Wasser zuschütten und 3-4 Minuten köcheln lassen, dabei immer wieder mit dem Sirup beträufeln. Die fertig gebratenen Feigen in der Pfanne warm stellen. Den restlichen Zucker mit 2 EL Wasser vermischen und langsam in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur erhitzen. Den Zucker auflösen und das Gemisch zum Kochen bringen, ohne es umzurühren. Wenn es brodelt und sich goldgelb gefärbt hat und karamellisiert, den Topf sofort vom Herd ziehen und in das Karamell 2 EL heißes Wasser einrühren. Dabei ganz vorsichtig sein, denn das Wasser führt dazu, dass sofort viel verdampft und es ziemlich spritzen kann. Das kann, gelangt das heiße Zeug auf die Haut, sehr, sehr schmerzhaft sein! Ok, wenn nichts passiert ist, geht es weiter, ansonsten vielleicht mal den Notarzt rufen oder in die Uniklinik fahren. Verbrennungen sind sehr unsexy. Die Pfanne mit den Feigen wieder auf den Herd setzen und die gerösteten Mandelblättchen und Pinienkerne sowie das Karamell dazugeben. Den Zitronensaft unterrühren und alles aufkochen, dann die Temperatur runterfahren und alles noch 2 Minuten köcheln lassen.
Die Crème fraîche aufschlagen und portionsweise auf den Tellern verrühren, jeweils 3 (oder 2) Feigen darauf setzen und etwas mit Karamell-Sauce übergießen. Der Genuß kommt warm auf den Tisch! Voila!
Sunday, September 21st, 2008
Man muss nur lange genug jammern, dann hat sie doch ein Erbarmen und zeigt sich - die Sonne. Dann stellt es sich doch ein - ein ganz klein wenig - das Spätsommergefühl. Als kleine Reminiszenz an unsere glücklichen Sommer-Tage auf dem französischen Landgut, habe ich heute eine Oliven Cake mit Thymian gebacken. Während sie im Ofen war, habe ich mich mit dem Zeit-Magazin zum 80. von Wolfram Siebeck beschäftigt. Mann, so kochen, essen und leben! Ein Genussmensch, Hochachtung und ein wenig Neid.
Für die Cake braucht man 300 gr Dinkelmehl, 1 Päckchen Backpulver, 3 Eier und 200 ml Buttermilch, 100 ml Olivenöl, 100 gr schwarze Oliven ohne Stein, eine Handvoll frischen Thymian, die abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone sowie Salz und Pfeffer. Alles ist ganz schnell zusammengerührt und die Zubereitung dauert nicht länger als 15 Minuten. Ich habe mit den Oliven angefangen, die ich klein geschnitten habe und danach die Thymianblättchen von den Stängeln gezupft. Die Backform mit Butter einreiben und mehlen und zwischendurch den Ofen schon mal auf 180 Grad vorheizen. Jetzt kommt das, was ich “zusammenrühren” nenne. Die Eier mit der Buttermilch und dem Öl aufschlagen, das Mehl, Backpulver, die Oliven und die Thymianblättchen auch noch unterrühren und zum Schluss die geriebene Zitronenschale und Salz und Pfeffer zugeben.
Den Teig in die Form füllen und bevor man die Form in den Ofen stellt auf die Oberfläche des Teiges ein paar übriggebliebene Thymianzweige und halbierte Oliven legen. Das Ganze nun etwa 50 Minuten bei 180 Grad backen. Jetzt kann man die Cake einfach so essen, ich habe mir aber angewöhnt, einfach ein wenig Frischkäse auf ein Stück zu streichen und etwas groben Pfeffer aus der Mühle drauf, da gibts sicherlich noch hunderte Varianten, probiert sie aus!
Saturday, September 20th, 2008
Ich will einfach nicht wahrhaben, dass es draußen nur noch 10 Grad sind. Hey, es war doch vorletzte Woche noch 25 Grad warm und ich dachte - das wird ein super Spätsommer, bin morgens ohne Jacket aufs Fahrrad gestiegen und in die Redaktion geradelt. Jetzt muss ich den Wintermantel schon wieder ausmotten. Wo ist der späte Sommer, wo sind die Spinnweben im Gegenlicht, die warmen Nachmittage, das letzte Bad im See? Ich will wenigstens Spätsommerkuchen backen und schmecken. Vergangenes Jahr bin ich um diese Jahreszeit um den Bodensee geradelt, hier einen Apfel geklaut, dort mich an Pflaumen satt gegessen - ja klar, sollte man nicht, doch wenn einen am Wegesrand so ein Appetit überkommt. Was willste machen… Also hab ich mir heute auf dem Markt Birnen und Pflaumen geholt, ich hatte noch Mürbeteig im Tiefkühler, zack raus und in die Tarteförmchen gelegt und Pudding drauf. Die Pflaumen in Zuckerwasser ein paar Minuten angeköchelt - sie waren noch ziemlich hart - und die Birnen - auch ganz knapp vor reif - in ausgepresster Zitrone erhitzt für ein paar Minuten. Alles abkühlen lassen und auf dem Pudding angerichtet. Dann je ein Klecks Fruchtsaft vom Kochen der Früchte und ein Klecks Tortenguss vermischt und darüber gegeben. Jetzt warte ich noch ein paar Minuten und dann streue ich noch etwas Puderzucker drüber, Kaffeezeit!

Wednesday, September 17th, 2008
Es sieht gut aus, aber ich habe das Rezept verlegt - ich will es gleich vorweg sagen….ich habe meine Wohnung komplett malern und renovieren lassen und dabei alles ausgeräumt und quasi nach dem Moto simplify your life jede Menge Dinge weggeworfen, verschenkt, verkauft und damit viel Unordnung in meine Rezepte und Rezeptzeitschriften gebracht. Nun sitze ich da - mit schlechtem Gewissen wegen des Blog-Lochs, fast einen Monat nicht geschrieben und dann auch noch das Rezept vergeigt. Sorry. Ich lasse nie wieder renovieren. Besser so. Obwohl die Wohnung mir seitdem ungleich größer und heller vorkommt. Was man auf dem Foto sieht ist eine Batterie Königinpasteten gefüllt mit Pfifferlingen in Sahnesauce und vermutlich Kräutern und obenauf einem Klecks Sahne. Oh je, ist das eine billige Beschreibung. Aber beim besten Willen - genauer bekomme ich es nicht mehr hin. DAS IST MIR JA NOCH NIE PASSIERT! Genug der Lamentiererei. Et is wie et is.
Also, ich fahre ja Sonntag in die Oberlausitz für einen neuen Film. Oberlausitz - das ist für all jene, die es nicht wissen, die Gegend zwischen Görlitz, Zittau (Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland) und Bautzen. Sehr, sehr schön - ich war letztens zum ersten mal dort - Vorbesichtigung - und bin zu dem Schluss gekommen, dass man da nochmal in Ruhe hinfahren muss. So eine landschaftlich schöne Gegend. Wandern, Ruhe, wunderschön sanierte Innenstädte, Klöster - es hat mich echt erwischt! Und da habe ich auf einer Speisekarte gelesen “Schlesisches Himmelreich” - ich frage den Koch Löcher in den Bauch, was das wohl sein mag und poste es hier, wenn ich zurück bin. Mit Rezept! Cheers.