Gnocchi-Gemüse-Salat

Sunday, June 29th, 2008

Gnocchi-Gemüse-SalatBevor ich mich morgen für eine Woche zum Hochgebirgswandern verabschiede, will ich noch schreiben, was gestern Abend gemeinsam mit einem Freund aus Bonn hier in meiner Küche für ein Schmankerl entstanden ist. Wir wollten kein Fleisch, keinen Fisch, nur was Leckeres zu einem ganz besonderen Wein essen und haben uns für einen lauwarmen Gnocchi-Gemüse-Salat entschieden. Vordergründig ganz einfach und schnell gemacht, erwies sich der Bursche doch als ganz schön tricky. Ich habe eine rote und eine gelbe Paprika genommen, gewaschen, halbiert und entkernt. Ein Backblech mit etwas Öl eingestrichen und die Hälften mit der Schnittstelle im auf 175 Grad vorgeheizten Ofen darauf gesetzt für etwa 25 Minuten. Und da fängt es schon an, etwas kompliziert zu werden. Da man vom heißen Paprika dann die Schale abziehen soll, ich bin mir nicht sicher, warum, aber möglicherweise, um die Bitterstoffe nicht mit im Salat zu haben, muss man nun diese Schale abpulen (komisches Wort) und das hat sich doch als recht fitzeliges, kleinteiliges Unterfangen erwiesen. Mann, zum Glück war mein Freund Georg da und hat sich mit Hingabe der störrischen Paprikahaut gewidmet. Danke! Einmal die Haut abgezogen, braucht man den Paprika nur noch in mundgerechte Stücke zu schneiden, also klein zu schneiden, je nach Mund eben. Fortan wirds einfacher. Eine große rote Zwiebel abziehen und in Stücke schneiden, 150 gr kleine Kirschtomaten waschen. Etwa 50 gr schwarze entsteinte Oliven klein würfeln und etwa 50 gr Blattsalate (Rucola, Spinatsalat, Frisée oder was auch immer) waschen und mit den Oliven und den Paprikastücken in einen Topf geben. Da am Ende alles in einem großen Topf landet, achte man darauf, dass die Zutaten möglichst bunt sind, das Auge wirds danken. Deshalb habe ich mich noch für Möhren entschieden. Also 2 Möhren waschen, schälen und in etwa 2 cm lange Stücke schneiden. In einem Topf bissfest köcheln und zu Salat und Freunden in die Schüssel geben. Nun kommen die Gnocchi an die Reihe - und keep it simple - wir nehmen mal fröhlich die Fertig-Gnocchi aus dem Kühlregal, denn es ist Sommer und man will ja lieber auf der Terrasse sitzen, als sich beim Kartoffelreiben das neue Tribute-to-Bundestrainer-Strenesse-Hemd durchzuschwitzen. Eine 400 gr Packung in einer großen gusseisernen Pfanne mit etwa 50 gr Butter schön langsam schön goldfarbig anbraten und - jawoll - ab in die Schüssel zu den anderen Zutaten. Nun die roten Zwiebelteile in eine Pfanne geben und mit etwas Öl anbraten. Nach etwa 3 Minuten die Tomaten zugeben, mitbraten und sobald die Schale der Tomaten aufzuplatzen beginnt, etwas Zucker darüber streuen und karamellisieren lassen.

Tomate&rote ZwiebelWenn das Gemüse karamellisiert ist, auch dieses in die Schüssel geben. Dann noch einen Schuss Olivenöl, 2 EL Tomaten-Pesto, 2 EL Balsamico-Essig und eine fein geriebene Knoblauch-Zehe darüber geben und alles miteinander vorsichtig vermischen. Heraus kommt ein buntes Sommer-Essen zu dem ein Wein ganz besonders passt. Der folgt als nächster Post.

Couscous Salat in Tomaten

Monday, June 23rd, 2008

Couscous in TomatenDer Sommer lässt schön grüßen, das ist das perfekte, leichte Sommeressen. Ein kräftiger Couscous-Salat in ausgehöhlten Tomaten. Pro Person reichen 2 große, fleischige Tomaten. Den Deckel abschneiden, wenn möglich noch den Stiel dran lassen, das macht sich beim Servieren recht dekorativ. Die Tomaten aushöhlen und beiseite stellen. Für die Füllung braucht man 50 gr Couscous, ca. 80 ml Gebflügelbrühe (instant), 1 Zweig Minze, 1 kleine Schalotte, 1 Knoblauchzehe, etwas Olivenöl, einen Schuss weißen Balsamico-Essig, einen EL gerösteter Pinienkerne, 75 gr Feta (Schafkäse), Salz und Pfeffer.

Die Brühe aufkochen, über den Couscous gießen und ca. 5 Minuten ziehen und quellen lassen. Die Minze waschen, Blättchen abzupfen und hacken. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Schalotte und den Knoblauch abziehen, würfeln und in Öl andünsten. Mit dem Schuss Balsamico-Essig ablöschen und mit den Pinienkernen, dem zerbröselten Feta und der Minze vermischen. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Couscous in die Tomaten füllen. Den Tomaten-Deckel darauf setzen und die Tomaten in eine ofenfeste Form geben. Mit etwas Öl beträufeln, Prise Salz und Pfeffer darüberstreuen und ab in den Ofen. Nach 10 Minuten ist alles fertig. Ich finde, man kann die Tomaten sehr gut warm aber auch kalt essen - wenn man mal zu viel gemacht hat.

Neues Kochbuch

Monday, June 23rd, 2008

Kochen für Leib und Seele“…weil Liebe doch auch durch den Magen geht” ist die Widmung eines wunderschönen Kochbuches, dass wir zur Hochzeit bekommen haben. Titel: Kochen für Leib und Seele, Verlag: Parragon, Einband: Roter Samt, Schrift: Goldprägung. Rezepte: bodenständige, reichhaltige Küche wie z.B. Lammeintopf mit Bohnen, Zwiebelhacksteak, Heidelbeerpudding mit Rum und Schokolade. Letzeters gefällt mir ganz besonders gut, werde ich demnächst ausprobieren.

Erdbeer-Minze-Eiswürfel

Monday, June 16th, 2008

EMW in ProseccoDie ganz große Hitze ist zum Glück erstmal vorbei und ich muss nicht mehr jeden Tag gießen. Was mir während der heißen Tage vergangene Woche den Abend versüßt und gekühlt hat, sind diese leckeren Erdbeer-Minze-Eiswürfel, die man mit allem möglichen kombinieren kann. Meine persönliche Vorliebe lag da bei einem Glas eisgekühlten Proseccos, darin schwimmt einer dieser Erbeer-Minze-Würfel und löst sich langsam auf, so langsam, wie sich das Glas leert. Also schnell. Naja.

Erdbeer-Minze-EiswürfelIm Prinzip sind sie schnell gemacht, und im Prinzip kann man Erdbeere und Minze auch ganz einfach durch andere Früchte ersetzen, je nach Gusto. Ich find nur die Idee so charmant. Sommerlich eben. Die Zutaten, die ich jetzt anführe, sind angeblich für 12 Würfel gedacht. Ich weiß nicht, wie groß so ein Würfel nach Meinung des Rezepterfinders sein sollte, aber ich habe aus dieser Menge 34 Würfel gemacht, Eiswürfelgröße eben. Dafür braucht man 4 Zweige Minze, 250 gr reife Erdbeeren, 100 gr Gelierzucker (2:1) und den Saft von 2 Limetten. Die Erdbeeren waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Mit dem Gelierzucker, den Stielen der Minze (Blättchen vorher abzupfen), dem Limettensaft und 250 ml Wasser bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten köcheln. Danach alles durch ein feines Sieb passieren und kalt werden lassen. Jetzt die Minzeblätter fein hacken und unter den leicht gelierten Erdbeersaft mischen. Alles in eine Eiswürfelform gießen (oder auch zwei) und 6-8 Stunden in das Gefrierfach stellen. Fertig. Wer mag, muss die Würfel auch gar nicht mischen, sondern man kann sie auch einfach so im Mund zergehen lassen. Dazu Mahalia Jackson hören “summertime…fish is jumping and the cotton is high…”

Ach, und wer sich fragt, warum denn Gelierzucker mit dem Zusatz 2:1? Klar, ist EM, aber was hat das mit Zucker zu tun….so wie ich mich das gefragt habe. Das 2:1 ist eine Mengenangabe und bedeutet 2 Teile Früchte und ein Teil Gelierzucker. Also 1 kg Früchte und 500 gr Zucker oder so. Diesen Zucker nimmt man, wenn das Ergebnis nicht ganz so marmeladig, süß, klebrig werden soll, sondern man noch etwas von der Frucht schmecken will. Ich liebe es, Dinge über Lebensmittel und das Kochen zu lernen.

Geräucherter Saibling

Saturday, June 7th, 2008

SaiblingIch bin von einer 5tägigen Paddel-Tour durch Mecklenburg zurück. Müritz-Nationalpark, obere Havel und Alte Fahrt, also der früheren Frachtschiff-Verbindung von der Havel zur Müritz, bevor die Müritz-Havel-Wasserstraße als Schneise durch Mecklenburg geschlagen wurde. Um es kurz zu machen, jeden Tag 30 Grad, wolkenlos, einsame Seen mit Motorboot-Verbot, also Ruhe, Ruhe, Ruhe und jede Menge frischer Fisch. In mir feiern die Omega 3 Fettsäuren wahrscheinlich fröhliche Feste, denn ich habe jeden Tag locker ein Kilo geräucherten, gebratenen oder eingelegten Fisch gegessen, außer zum Frühstück eigentlich immer. Aal, Wels, Forelle und Saibling und der hat es mir besonders angetan. Ich kannte den Fisch bislang eigentlich nur aus relativ guten Restaurants und war überrascht, wie alltäglich er doch in Mecklenburg gegessen wird, klar, hier wird er ja auch gefangen. Die erste Begegnung mit der Delikatesse hatte ich beim Fischer von Babke. Paddelt man aus Richtung Wesenberg zur Havelquelle, kommt man zwangsläufig beim Fischer vorbei, denn hier muss man sein Boot wegen eines kleinen Wehres mit einer Lore umtragen. Da liegt eine Pause nahe. Zwei Frauen - die Frauen der Fischer vermutlich - verkaufen das, was ihre Männer tagsüber aus den Seen der Umgebung holen und einige zugekaufte aber selbst geräucherte Arten. Geräuchert wird im Hof mit Eichen- und Erlenholz. Das Fleisch der Fische ist lachsfarben, rosa, rosé, der Geschmack intensiv und mild zugleich. Eine Mischung aus Lachs und Forelle - und hier ganz sicher ganz frisch. In der “Süddeutschen Zeitung” war just heute auch ein Saibling-Rezept abgedruckt: Irischer Saibling mit Belonaustern in Champagnersauce und mit jungem Lauch. Also, ich sag mal so: in Mecklenburg ißt man geräucherten Saibling mit einem Brötchen. Das ist so ehrlich und einfach wie dieser Landstrich, so gerade und unkompliziert wie seine Menschen. Und damit man sich ein Bild vom Lebensumfeld des Saiblings machen kann, hier noch ein Bild von einem der vielen Seen. Kann man auch Urlaub machen oder?!

See