Tuesday, April 29th, 2008
4 Bio-Doraden für 40 Euro. Jawoll. Bio ist nicht nur gut, sondern auch teuer. Weiß doch jeder. Naja, ein Fisch für 10 Euro, schade, dass in Leipziger Flüssen keine Doraden schwimmen, sonst würde ich mir eine Angel kaufen. Obwohl - bei der Wasserqualität sind die Fische sicherlich nicht mal Bio-Qualität, selbst wenn man sie mit Brötchen vom Bio-Bäcker füttert….Und so sehen Bio-Doraden aus, wenn sie die Fischtheke meines Vertrauens verlassen, irgendwie traurig, finde ich. Glücklicher sehen sie fertig gegart aus, mit Speck und allem zipp und zapp. Siehe weiter unten!

Aufgewachsen sind die Fische in Griechenland, vor Kefalonia, einer der ionischen Inseln, in einer ziemlich großen Bio-Fisch-Anlage, wo Doraden und Wolfsbarsche gezüchtet werden, der einzigen Bio-Anlage übrigens, zumindest in Griechenland. Sagt der Vermarkter & Importeur.
Bevor man beginnt, die Fische zu verarbeiten, soll man eigentlich die Kiemen entfernen und sämtliche Flossen. Ehrlich gesagt, habe ich mich davor gescheut und habe nur eine Seitenflosse herausgeschnitten. So eine Fischzerlegerei bekommt doch recht schnell einen ganz unappetitlichen Beigeschmack. Und nicht nur, weil die Finger ganz schön fischig riechen. Ich habe Tiere und Teile von ihnen am liebsten bereits küchenfertig vorbereitet, alles andere riecht mir zu sehr nach Schlachthof. Und da ich als junger Mann mal 3 Tage in einem solchen Zerlegebetrieb gepraktikumt habe, ist eine gewisse - sagen wir mal - Abneigung - geblieben.

Die (hoffentlich schon ausgenommenen) Doraden waschen und innen und außen trocknen, innen leicht salzen und pfeffern. Dann mit einer Füllung aus Zwiebeln, Knoblauch und frischem Oregano füllen. Dazu braucht man 200 gr Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen und vier Stängel frischen Oregano. Die Zwiebeln und den Knoblauch abziehen und grob hacken, die Blättchen vom Oregano abzupfen, waschen und auch hacken. Zwiebeln und Knoblauch in etwas Öl glasig dünsten, dann den Oregano dazu geben und alles noch ein paar Minuten in der Pfanne dünsten. Die Masse dann in die Bauchhöhlen der Fische füllen, diese zudrücken und die Fische mit einigen Scheiben Tiroler Speck ummanteln.

Ein Backofenblech mit Folie auslegen und mit Öl einstreichen. Dann die Fische darauf legen bei 220 Grad auf der mittleren Schiene im Backofen für ca. 20 Minuten backen. Ich habe das Ganze mit Kürbis-Kartoffel-Pürree (siehe Post vom 16. März) und einigen gebutterten Salbei-Blättchen serviert. Wenn ich mir die fertigen Bilder der gebackenen Doraden so ansehe, glücklicher wirken sie noch immer nicht als zu dem Zeitpunkt in der Fischtheke, aber sie schmecken jetzt wenigstens lecker.
Monday, April 28th, 2008
Liebe Leute, was sind denn Totopos? - habe ich mir gedacht, als die “Gala” dieses Rezept veröffentlicht hat. Die Antwort ist so schlicht. Tortilla-Chips. Klar, Totopos hört sich viel origineller an, als Chips, die man auf der Couch in sich hineinstopft. Die Chips sind schnell gemacht. Aus dem Supermarkt - Lateinamerika-Regal - holt man sich fertige weiche Maistortilla-Chips, schneidet sie in Dreiecke, pinselt sie mit Öl ein und schiebt sie in den Ofen bei 180 Grad für 8 - 10 Minuten. Das macht sie nicht nur heiß sondern auch knusprig. Aus dem Ofen holen und leicht salzen.
Für die passende Guacamole braucht man 2 weiche Avocados, 2 EL fein gehackte Zwiebeln, 2 Chilis und 2 EL frischen Koriander beides auch fein gehackt und eine Limette. Zuerst die Avocados halbieren, schälen und entsteinen und das Fruchtfleisch in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die gehackte Zwiebel, den Koriander und die Chilis vorsichtig zugeben, so dass man die Avocado nicht zermatscht. Jetzt die Limette ausdrücken und den Saft untermischen, mit etwas Salz abschmecken und als Garnitur einige Korianderblättchen obendrauf packen - fertig! Viva la Mexico!
Ich persönlich habe mal vor lauter Fitness-Wahn eine Zeit lang keine Avocado gegessen, weil sie recht viel pflanzliches Fett enthalten. So dumm kann man sein! Besser als ein Schweineschnitzel sind sie allemal. Zudem enthalten sie wohl recht viel Vitamin E und einfach ungesättigte Fettsäuren (gut fürs Herz und leichter zu verdauen). Esst mehr Avocados!
Monday, April 28th, 2008
Am Liebsten mag ich persönlich ja eine festlich gedeckte Tefel, wenn sie nur mit weißem Porzellan eingedeckt ist. Ich weiß nicht warum, aber all die Muster, Blüten, Dekors mag ich nicht. Und nun ist ja weiß auch nicht gleich weiß, wird jeder wissen, der schon mal ein Ersatzteil für etwas Zerschlagenes kaufen musste. Für alle Weiß-Liebhaber habe ich da einen Tipp! Bei einem Bummel über die Berger Straße in Frankfurt bin ich wieder mal in einem Laden schwach geworden, den ich schon länger sehr mag, denn er verkauft nur weißes Porzellan, und davon jede Menge.
Nicht nur Teller und Tassen, sondern auch Eierbecher, kleine Töpfe für Brotaufstriche, Tarteförmchen, Buttermesser mit weißen Porzellangriffen, sogar Seifenschalen fürs Bad. Was man eben so braucht für den Haushalt - oder auch nicht, aber aus unerfindlichen Gründen haben muss. Ach - und wunderschöne Gläser aus einer französischen Manufaktur haben sie auch. Naja, jedenfalls habe ich dort für Umsatz gesorgt und dachte mir, das könnte ja auch ein ganz schöner Tipp für die eine oder den anderen Leser hier sein. Wen es interessiert: weissundco.de
Friday, April 25th, 2008
Wasserbüffel sind ja eigentlich nur dafür bekannt, dass sie die Milch für Büffelmozarella liefern und in Asien Reisfelder pflügen. Zumindest für mich war das so bis zu meinem Besuch im Bio Supermarkt gestern. Da lag in der Fleischtheke so eine Art Bündner Fleisch, das mir die Verkäuferin als Büffelschinken angeboten hat. Mit meiner Vermutung, es sei Bündner Fleisch lag ich wohl nicht so ganz falsch. Denn Bündner Fleisch ist ja auch vom Rind.
Das Fleisch ist extrem mager und 6 Wochen in Wein und Gewürzen eingelegt worden und abgehangen. Nun bin ich kein Schinken-Experte, aber der Büffel-Schinken hat einen extrem leckeren, würzigen, fast herben und dabei herzhaft-aromatischen Geschmack. Nicht zu vergleichen mit Supermarkt-Gedöns. In ganz dünne Scheiben geschnitten schmeckt er gut zu frischem Walnuss-Brot, zum Beispiel. Der Schinken, den mein Bio-Supermarkt hier in Leipzig verkauft, stammt von einem ökologischen Büffelhof namens Bobalis in Jüterbog/Brandenburg. Wer auch mal Büffelfleisch oder Mozarella probieren möchte, schaue auf Bobalis.de, für mich war es wirklich eine Entdeckung, die sich gelohnt hat!
Friday, April 25th, 2008
Jetzt wird das Bärlauch-Pesto - siehe letzter Post - weiter verarbeitet. Und zwar als Zugabe zu einer Suppe. Kohlrabisuppe, mit Creme, sprich Schlagsahne, yeah fight the fat fighters! Lecker Süppchen für 4 braucht folgende Zutaten: einen großen Kohlrabi, eine Kartoffel, eine Zwiebel, 100 ml Olivenöl, einen dreiviertel Liter Gemüsebrühe, 100 gr Kirschtomaten, 150 gr Schlagsahne, Salz und Pfeffer. Den Kohlrabi und die Kartoffel schälen und in Würfel schneiden, Zwiebel abziehen und auch in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel dann in einem Topf in einem EL Öl glasig dünsten. Kartoffelstückchen und Kohlrabi dazugeben, mit der Brühe auffüllen und alles etwa 15 Minuten kochen. In der Zwischenzeit kann man leicht das Bärlauch-Pesto machen (siehe unten). Dann die Tomaten waschen, halbieren, entkernen und würfeln. Das gekochte Gemüse etwas abkühlen lassen und pürieren. Die Sahne unterrühren und das ganze mit Salz und Pfeffer abschmecken und noch einmal kurz aufblubben lassen. Dann die Suppe auf die Teller verteilen, mit Pesto und Tomatenstückchen garnieren und servieren.
Wednesday, April 23rd, 2008
Immer im Frühling weht vom nahen Auenwald eine Brise leichten Zwiebel-Knoblauch-Duftes hier durch die angrenzenden Straßen der Leipziger Südvorstadt. Bärlauch-Zeit. Der Auenwald ist ein recht großes naturbelassenes Stück Ur-Wald, das sich entlang einiger Stadtteile durch Leipzig zieht. Und jedes Jahr im März/April wächst dort Bärlauch wie andernorts Unkraut, nämlich flächendeckend. Das hat den großen Vorteil, dass ich dieses Kraut für die Küche nicht kaufen muss, sondern gemütlich mit dem Rad in den Wald fahre und mir eine Hand voll selbst zupfe.
Ich persönlich finde ja, dass Bärlauch inzwischen eine Bedeutung für die Küche hat, wie etwa H&M für den Klamottenmarkt. Es war mal ne ganze Zeit hipp, mittlerweile ist es so mainstream & billig, dass es überall drin & dran ist, jeder zweite Bäcker hat heute Bärlauchbrötchen. Aber gut - einmal im Jahr kann man das Kraut ruhig verarbeiten, zumal es ja wirklich gut schmeckt und auch noch gesund sein soll. Bärlauchpesto geht ganz schnell und einfach. Man nimmt einen Bund Bärlauch (fragt mich jetzt nicht, wie viele Blätter da drin sind, ein Bund halt), etwa 80 ml Olivenöl, 4 EL Walnusskerne und etwa 50 gr fein geriebenen Pecorino. Den Bärlauch waschen (Vorsicht Fuchsbandwurm!), trocknen und die Blätter in Stücke schneiden. Dann das Öl und die Walnüsse dazugeben und alles ganz fein pürieren. Zuletzt den Pecorino unterrühren. Violá - fertig ist das Bärlauch-Pesto! Das kann man nun mit geröstetem Weißbrot oder aber als Beigabe zu einer Suppe genießen, sprich pur oder aber als Verfeinerer anderen Essens.
Wednesday, April 23rd, 2008
Mein Blog-Vorbild ist so produktiv! Seit heute ist ihr neues Buch auf dem Markt - vorerst nur in Nordamerika und sie ist auf Lese-Tour - klar, auch nur in den USA. Aber es lohnt sich, reinzublättern! Schaut auf chocolateandzucchini.com!
Sunday, April 20th, 2008
Ich hätte nie gedacht, dass dieses Essen so schnell zuzubereiten ist. Hört sich ja schon recht exotisch an. Gefunden habe ich dieses Schmäckerchen in der Gala, der Zeitschrift für die moderne Köchin, die sich auch noch gern teuer anzieht, teure Kosmetik liebt und die neusten Klatsch- und Tratschgeschichten wissen will. Woll. 
Man soll es nicht glauben, aber selbst die haben inzwischen eine Rezepte-Seite: style gourmet, nee, is klar! Style gehört eben dazu. Aber ich will mal nicht so von oben herab daher kommen, denn inzwischen habe ich schon ein zweites Gala-Rezept probiert - Respekt, was die Kollegen aussuchen und vorschlagen hat Hand und Fuß und schmeckt! Also zum Rezept für 4 Leute: Für die Polenta braucht man einen guten Liter Gemüse- oder Hühnerbrühe, 180 gr Polenta, 40 gr Butter, 50 gr geriebenen Parmesan, Meersalz, schwarzen Pfeffer aus der Mühle und Öl zum Bepinseln.
Für die Balsamicopilze braucht man 40 gr Butter, eine in Scheiben geschnittene Knoblauchzehe, 250 gr Shiitakepilze in dicke Scheiben geschnitten, 250 gr Champignons, 450 ml Fleisch- oder Gemüsebrühe, anderthalb EL Balsamicoessig, 2 TL brauner Zucker und anderthalb EL gehackte glattblättrige Petersilie. (weiter…)