Thursday, February 28th, 2008
…gaaaanz einfach und macht gaaaanz satt. Ein Bratapfel gefüllt mit Gorgonzola und Schinken. Eigentlich ist es reine Energieverschwendung, den Backofen für nur einen Bratapfel anzuwerfen, deshalb fix ein paar Leute eingeladen!
Für 6 Leute brauchts - logisch - 6 Äpfel, am besten rote oder zumindest rot-gelbe zum Beispiel Elstar, das gibt auf dem Teller ne schöne Farbe im Kontrast zur Füllung. Die Äpfel waschen, den “Deckel” abschneiden, das Kerngehäuse und etwas Fruchtfleisch rausnehmen. Kerne wegwerfen und das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden. Inzwischen den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Für die Füllung braucht man 100 gr Brötchen oder Ciabatta, 80 gr gewürfelten Schinken, 100 gr klein geschnittenen Gorgonzola und 150 gr Creme fraiche (ja, deshalb ist man auch so schnell satt von einem Bratapfel). Außerdem Salz, etwas Pfeffer und gehackte Petersilie für die Deko.
Das Stück Ciabatta in kleine Stücke schneiden und mit dem Gorgonzola, der Creme fraiche, dem Schinken und den Apfelwürfeln mischen. Das Ganze salzen und pfeffern. Die Masse nun in die Apfelkörper füllen, den Deckel darauf legen und ab in den Backofen. Statt alle in eine große Form zu setzen - bei der man Gefahr läuft, dass die Äpfel umkippen - habe ich jeden Apfel in ein extra Förmchen gesetzt. Damit kann man dann die Äpfel auch gleich servieren. Die Äpfel nun auf der untersten Schiene (damit die Früchte nicht von oben verbrennen) in den Ofen schieben und bei 175 Grad etwa eine halbe Stunde backen. Mit Petersilie garnieren und heiß auf den Tisch!
Friday, February 22nd, 2008
“La Cucina Italiana” heißt die Zeitschrift, die ich mir in Vorbereitung auf meinen Italienurlaub im April gekauft habe; darin ein Rezept mit Seezunge auf Fenchel. Mangels Seezunge in meinem gutsortierten Supermarkt (Zitat:” Seezunge gibts nur auf Vorbestellung und auch nicht als Filet sondern nur ganz und überhaupt muss sowas mindestens 4 Tage in voraus bestellt werden.”) Mahlzeit. Da kauft man doch gern ein. OK, nehmen wir also zwei auch im Salzwasser groß gewordene Schollenfilets und legen die zu Hause in etwas Pesto mit Knoblauch ein.
Für eine Portion habe ich vier, fünf Blätter Radicchio genommen, gewaschen und geschnitten. Eine Viertel Knolle Fenchel in ganz dünne Scheiben schneiden und gleich in kaltes Wasser legen, damit er frisch & knackig bleibt. Geht ja dem Gemüse wie den Menschen. Warmduscher haben auch eher faltige Haut. Und jetzt kommt der Pfiff des Rezeptes - eine Grapefruit oder Pampelmuse oder wie auch immer man das frische, herbe Apfelsinchenartige nennen mag. OK, Grapefruit nicht vergessen - kleiner Exkurs in die Plantagenwelt der Zitrusfrüchte: Nur, um mal die Begrifflichkeiten zu klären. Kreuzt man eine Pampelmuse mit einer Apfelsine (auch Orange), entsteht eine Grapefruit (warum die einen englische Namen trägt, ist mir ein Rätsel geblieben). Geht allerdings ein Pampelmusenstrauch in einer Grapefruitplantage fremd, entstehen Pomelos. Angeblich sind Pampelmusen im Englischen als Pomelos bekannt, während im Spanischen und Französischen die Grapefruit so heißt. Noch Fragen? Was wurde denn gekreuzt, um ne Blutorange zu bekommen? Brisant mit Ratgeber Gesundheit? Ich weiß es nicht. Zurück an den Herd, sonst vergaloppiere ich mich hier noch.
Also zurück zur Grapefruit: Eine Hälfte auspressen, das Fruchtfleisch der anderen Hälfte filetieren und die Stücke beiseite legen. Aus dem Grapefruitsaft, 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer ein Dressing anrühren. Radicchio, Fenchel und Grapefruitschnitze auf einen Teller legen, Dressing darüber geben. Die eingelegten Schollenfilets kurz anbraten von beiden Seiten und auf den Salat legen. Ein Frühlings-, ein Sommergericht. So frisch. So leicht. So lecker. Wirklich. Das werde ich auf jeden Fall noch einmal machen, für alle meine Freunde!
Sunday, February 17th, 2008
Wieder mal ein Produkttest. Und zwar bin ich neulich im Supermarkt über eine Packung Couscous gestolpert, die quasi verspricht: Nur noch einen halben Liter kochenden Wassers darüberkippen, umrühren, 30 Minuten warten - Willkommen in Nordafrika. Und wie man links sehen kann, ist es gelungen. Die Tüte mit dem Fertig-Couscous kommt aus Großbritannien. Sammys heißt die Firma. Sie bieten Couscous in verschiedensten Geschmacksrichtungen an, ich habe mich für lemon, mint & parsley entschieden, wobei ich zu Hause erst mal die Firma Langenscheidt konsultieren musste, was denn parsley ist: zu peinlich - Petersilie. Jaja, der Cornwall-Urlaub sollte bald mal angetreten werden.
Zum Glück war auf der Rückseite der Packung eine deutsche Kochanleitung, wer weiß, was sonst aus dem Couscous geworden wäre. So aber habe ich den Inhalt des Kartons in eine Metallschüssel (Metall oder Ton ist wichtig, denn sie muss hitzebeständig sein!) geschüttet, einen halben Liter kochenden Wassers darüber und das Ganze hin und wieder mal umgerührt - aber mindestens eine halbe Stunde ziehen lasen, damit das Couscous quellen kann und das Wasser aufsaugt. Dann gibt man 2 - 3 EL Olivenöl dazu und rührt alles noch einmal um und ab damit in den Kühlschrank, damit alles schön durchziehen kann. (weiter…)
Sunday, February 17th, 2008
Weil ich noch einen halben Topf Kürbissuppe übrig hatte, habe ich hin und her überlegt, was ich damit anfangen könnte, ohne wieder 100 Prozent das Gleiche essen zu müssen. Das kam mir eine einsame Rote Beete im Gemüsefach in den Sinn. Im Ganzen habe ich sie in einem Topf gekocht, bis sie weich war, geschält und in Schnitze zerteilt. Mit dem Sud püriert und dann noch einmal durch ein feines Sieb gestrichen. Ohne jegliche Würze anschließend noch einmal aufkochen. Mit einem Espresso-Löffel über die Kürbissuppe verteilen und die gerösteten Pinienkerne darüber streuen. Kleiner Kniff, die roten Paprika am Rand des Tellers waren eiskalt, denn ich habe sie erst zum Servieren aus dem Kühlschrank genommen. Das gab der doch recht scharfen Suppe (siehe Eintrag unten!) eine kühle, schmerzstillende Nuance. Guuuut! Dass die Rote Beete komplett ungewürzt daher kam, hat mich auf den ursprünglichen Geschmack des Gemüses gebracht, so richtig nach Erde, finde ich.
Thursday, February 14th, 2008
Jetzt ist es schon 11 Uhr abends und ich fange nochmal zu kochen an. Seit Wochen liegt bei mir im Gemüsekorb ein kleiner Hokkaido-Kürbis, gekauft habe ich ihn kurz vor Weihnachten, wollte ihn für eine Suppe verwenden, habe dann doch eine andere gemacht und so blieb der Bursche eben liegen. Jetzt ist es vorbei damit - er schmort in der Pfanne, geschält und klein geschnitten. Und wo ich einmal beim Aufräumen war, habe ich eine halbe Steckrübe auch noch geschält und in einem

kleinen Topf gekocht. Entstehen wird eine Suppe Marke Eigenkreation: Bezeichnung siehe oben! Ich war ja wirklich der Ansicht, diese Art Kürbis kommt von der japanischen Insel Hokkaido, doch siehe da: Amerikanische Agrarberater (bestimmt Halloween & Partner) haben die Pflanze erst nach Japan gebracht. Jedenfalls schmoren in der Pfanne jetzt der geschälte, gewürfelte und sauber entkernte Kürbis, zwei, drei kleine Chili, eine gehackte Schalotte, 2 Knoblauchzehen, einige Scheiben frischer Meerrettich und eine kleine, gewürfelte Kartoffel. Das Ganze habe ich 5 Minuten anbraten lassen und dann mit einem halben Liter Brühe abgelöscht und - nachdem ich die Meerrettich-Scheiben herausgenommen hatte - direkt püriert und anschließend gleich durch ein feines Sieb passiert. Ich finde, so eine Suppe wird dadurch erst richtig fein. OK, beim abschmecken habe ich gemerkt, dass die 3 Chili in der Pfanne wohl doch ein winziges Chili zu viel waren - aua! Vielleicht war ja auch die Schärfe des frischen Meerrettich auf den Kürbis übergegangen, aua. (weiter…)
Tuesday, February 12th, 2008
Ich war am Wochenende in Frankfurt einen Freund besuchen und habe da nicht nur ein nettes Hotel entdeckt “Villa Orange”, sondern war auch in einem Restaurant essen, dass ich jedem nur empfehlen kann. Der Laden heißt “Exil” und ist im Nordend. Ich habe mich als Hauptgericht für ein Rotweinrisotto mit Edelfischen entschieden, will heißen: Zander, Lachs, Heilbutt und Rotbarbe. Das hat mir so gut geschmeckt, dass ich - wieder zu Hause angekommen - mich selbst an einem Rotweinrisotto versucht habe. Gefunden habe ich das Rezept bei Brigitte - jaja, der Frauenzeitschrift.

Und was soll ich sagen: Mit gerösteten Pinienkernen, Coppa und Radicchio ist das ein ganz feines Gericht, dass auch noch relativ schnell zuzubereiten ist. Ich habe heute mal ganz für mich allein gekocht und für eine reichliche Portion braucht man 100 gr Risottoreis, meiner war von Oryza in der orangen Verpackung. Dazu kommen noch eine Zwiebel, die man fein hackt, 40 gr Butter, ein TL Olivenöl, 30 gr geröstete Pinienkerne, etwa 200-300 ml Rotwein, 3 TL gehobelter oder gemahlener Parmesan und ein paar Scheiben Coppa sowie einen halben Liter Fleischbrühe (geht auch Instant).
Die Brühe aufkochen, die gehackte Zwiebel in der heißen Butter und Öl hellgelb dünsten, den trockenen Reis zufügen und unter Rühren - das ist überhaupt eine Erkenntnis des Gerichtes, Risotto entsteht durch immerwährendes Rühren - 2 bis 3 Minuten mitdünsten. Dann den Rotwein zuschütten und unter - genau! Rühren - einkochen lassen. Danach Schritt für Schritt die kochende Brühe zufügen und - genau: Rühren! Und zwar so lange, bis sie vom Risotto aufgesogen wurde. Die Coppa-Scheiben in einer Pfanne ohne Öl knusprig braten, Parmesan und Pinienkerne vorsichtig unter das Risotto mischen (ich sag jetzt mal nicht rühren, denn schließlich ist man Journalist und verlangt von den Kollegen täglich, dass sie Metaphern finden, da will man auch dem eigenen Anspruch gerecht werden :-) (weiter…)
Friday, February 8th, 2008
..habe ich diesen Kuchen mal genannt. Eine Eigenkreation, die ganz schön würzig ist. Und zwar habe ich das Grundrezept der Chicken Curry Cake von neulich (siehe unten, natürlich dann ohne Chicken Curry!) abgewandelt. Die Grundzutaten bleiben: Mehl, Gruyere (Käse), Backpulver, Öl, Milch, Eier, Salz und Pfeffer. Und diesmal habe ich auch nicht 300 gr Gruyere gerieben und quasi einen Käsekuchen gebacken, sondern habe mich an die vorgesehenen 100 gr gehalten. Die Cake war gleich gar nicht mehr so mächtig - wen wunderts?! Da ich so nen Gusto (würden meine österreichischen Freunde sagen) auf was Herzhaftes hatte, habe ich getrocknete Tomaten, Pinienkerne und frische braune Champignons unter den Teig gemischt und das Ganze gebacken. Ach, herrlich, ein bißchen wie oberitalienische Seen im Spätsommer - wenn man mal ein Bild sucht - so schmeckt diese Cake. Was man dazu reicht - naja, vielleicht einen frischen Salat, vielleicht aber auch nur ein Glas Wein.
Wednesday, February 6th, 2008
East meets west. Pangasius trifft auf Spreewald-Meerrettich. Ja, ihr Lieben, jetzt kommt mir nicht mit: “Pangasius aus Vietnam sollte man nicht essen, kommt aus Aqua Kultur (beschönigend für üble Zucht-Fischfarmen), der Fisch ist wahrscheinlich nie einen Meter geradeaus geschwommen, weil er mit Tausenden Pangasius-Schwestern und -Brüdern in Becken gehalten wird, bis zum get no gemästet und dann nach Europa geflogen wird/wahlweise tiefgefroren verschifft. Ihr habt alle Recht! Ich habe ihn trotzdem gekauft, es gab keinen Zander! Und das war das Einzige, was mir die Verkäuferin als Edelfisch-Alternative anbieten konnte. Edelfisch….Pangasius gibts sogar bei uns in der Kantine und die ist nun nicht gerade ein Gourmet-Tempel. Anyway: Ich habe den Fisch nicht mit fraj raj oder stiem raj gemacht (für alle nicht Südostasien-Reisende: fried rice, steamed rice), sondern mit Meerrettich und Roter Beete und ganz schnöden Kartoffeln. Und was soll ich sagen: Da macht sich der vietnamesische Freund ganz gut.
Für 2 Esser braucht man 2 Pangasius Filets, salzen und pfeffern, anschließend in Mehl wälzen und wieder in den Kühlschrank stellen. Derweilen kann man sich um die Sauce kümmern und schneidet 2 Schalotten klein und dünstet diese in 20 gr Butter goldgelb. Dann 50 ml trockenen Wermut und 50 ml ebenfalls trockenen Weißwein dazugeben und alles einkochen lassen. Jetzt 100 ml Fischfond aus dem Glas zugeben und alles um die Hälfte reduzieren lassen. Danach 200 gr Schlagsahne zugeben und alles so lange köcheln lassen, bis es cremig ist und die Sauce ist immer noch nicht fertig (Dafür ist sie aber auch ein Geschmackshighlight)! Ca. 40 gr Meerrettich nehmen und ohne Schale fein reiben. Wer mag, legt für die Deko einige Späne beiseite. Be careful beim Meerrettich reiben! Für mich war Meerrettich bislang nur eine Zugabe zu Lachs, da kam er aus dem Glas und war nicht sonderlich scharf. Wow, Meerrettich KANN scharf sein, besonders wenn man sich zu sehr über die Reibe beugt! Zwiebeln sind dagegen Kinderkram. Was ich auch nicht wusste, aber ganz interessant finde, bis Pfeffer in Mitteleuropa erschwinglich für alle wurde, war Meerrettich wohl das einzige Gewürz in den Küchen, mit dem man Schärfe an ein Essen zaubern konnte. Interessant oder?! (weiter…)