Sunday, September 27th, 2009
Wenn das Wetter so schön ist, wie heute in Hamburg und man nochmal draußen an der Elbe liegen kann und den Schiffen zuschaut, wie sie in den Hafen einlaufen oder die schönste Stadt der Welt wieder verlassen, dann kommt mit Sicherheit so ein Abend, an dem man was Besonderes möchte und da habe ich zwei tolle Ideen, die ich beim Fernseh-Koch des MDR abgeschaut habe. Als Erstes möchte ich den Tomaten-Spargel-Salat posten. Thats lecker Leute!
Wie ihr sicherlich unschwer an dem Bild erkennt, ist das ein warmer Salat, denn Strauchtomaten und grüner Spargel schmoren in der Pfanne. Aber der Reihe nach. Für 4 Leute braucht man etwa 200 gr Strauchtomaten, 200 gr grünen Spargel, 2 EL Pinienkerne, Olivenöl, Rosmarin und Thymian, eine halbe Knoblauchzehe, Zucker, Balsamicoessig, eine süßsaure Chilisauce, Salz, Pfeffer, einen Mozzarella Käse und einen Bund Rucola. Den kann man ja jetzt wieder essen, nachdem das Mediengeschrei um einen Stängel Kreuzkraut wieder vestummt ist - war da was - erinnert sich noch jemand - hat sich irgendwas geändert im Rucola-Angebot oder hatte die Republik nur ein par Tage eine angstverzerrtes Gesicht bei jeder Gemüse-Auslage?
Welcome back Rucola! Das soll mir ein Extra-Foto mit seinen Freunden wert sein!

Fangen wir also an: Tomaten waschen und vierteln und die Stiele rausschneiden, beim Spargel die Stängelenden abschneiden und die Stangen in etwa 2 Zentimeter lange Stücke schneiden. Etwa 5 EL Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und Tomatenstücke, Spargel und die 2 EL Pinienkerne kurz anbraten. Den jeweils einen Rosmarin- und Thymianzweig abspülen und in die Pfanne dazugeben, ebenso die halbe kleingeschnittene Knoblauchzehe. Über alles einen TL Zucker streuen und karamellisieren lassen. Mit den 5 EL Balsamicoessig ablöschen, die Pfanne vom Herd nehmen und alles mit 4 EL süßscharfer Chilisauce, Salz und Pfeffer würzen. Dann den Mozzarella in kleine Würfel schneiden, den Rucola verlesen!!!, waschen und trockenschleudern und danach etwas zerzupfen und dabei grobe Stiele wegwerfen. Mozzarella und Rucola unter das Tomaten-Spargel-Zweierlei mischen, mit etwas grobem Pfeffer aus der Mühle würzen, die zwei Kräuterzweige herausnehmen und Voilà! servieren.
Wenn der Fernseh-Koch des MDR weiter so lecker kocht, ist es doch nur selbstverständlich, dass man immer mal wieder reinschaut in seine Sendung “Hier ab vier” - beim MDR reimt sich vieles - da kocht er jeden Tag um viertel vor 5. Der Allgäuer macht das ganz gut und hat vor allem einen Geschmack, der auch den meinen trifft.
Sunday, September 27th, 2009
Manchmal will man ja vor der eigentlichen Vorspeise einen kleinen Gimmick reichen - Gruß aus der Küche-Gedöns - zum Öffnen der Herzen und Mägen. Bevor wir neulich zwei Christian Henze Rezepte ausprobiert haben (MDR-Fernseh-Koch), gabs zu einem leichten Sommer-Weißen vom Bodensee für jeden zwei im Ofen gebackene Baby-Artischocken.
Da man sowieso nur das Innere und im Zweifelsfall die Herzen der Artischocken isst, habe ich sie gar nicht erst gewaschen, sondern gleich reichlich mit Olivenöl übergossen und aufs Blech und bei 180 Grad ein paar Minuten im Ofen backen lassen. Am Ende streut man je nach Gusto noch Meersalz drüber und fertig ist die Abblätterei als Gimmick. Mal im Ernst: Viel dran ist an so einer Artischocke ja sowieso nicht, von daher ist es nicht mehr als ein aufmerksamkeitsheischender Klingelton, der ein Essen einläutet.
Saturday, April 18th, 2009
Die Vorstellung, dass ich diesen Dip in SFO gerührt habe, dass ich ihn dort gekauft habe, dass ich dieses kleine Glas irgendwo im Castro für ein paar Dollar in einem Öko-Laden mitgenommen habe, ist zu schön, um wahr zu sein. Ich habs hier in Hamburg auf dem Eppendorfer Weg gekauft in einem meiner neuen Lieblingsläden mit dem schönen Namen RuBios. Ich weiß nicht, wer Ru ist, vielleicht die Besitzerin, vielleicht heißt sie ja Ruth. Die Lebensmittel sind alle in Bio-Qualität. Das Angebot reicht von Wurst, Käse bis hin zu Ölen, Pasten und eben diesem Dip. Dazu kann man in einer Ecke alles verkosten und Kaffee trinken und Kuchen essen. Und drumrum sind noch jede Menge andere Läden, in denen man leckere Lebensmittel bekommt, zum Beispiel ein vom Feinschmecker gelisteter Laden, der ganz besondere Kaffeesorten, Tee und Schokoladen verkauft, nämlich die Kafferösterei Burg - alles im Eppendorfer Weg 252. www.kaffeeroesterei-burg.de

Aber zurück zu meinem Morgendip. Die rote Farbe kommt von den getrockneten Tomatenflocken. Dazu sind noch Knoblauch, Salz, Paprika, Oregano, Basilikum, Zwiebeln und Sojaöl in Bestandteilen in diesem Gemisch enthalten. Da alles ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker hergestellt worden ist, muss man den Dip erstens schnell aufbrauchen und zweitens schmeckt er nicht nach E sonstwiewas, sondern nach Gemüse. Einen Teelöffel rührt man am besten in cremigem Joghurt an, etwa 150 - 200 gr reichen. Das Ganze muss etwa 5 Minuten eingerührt ziehen, damit sich die Gemüseflocken entfalten können und der Joghurt den Geschmack annimmt. Natürlich kann man den Dip auch in etwas Wasser und Olivenöl anrühren, oder vielleicht in Creme fraiche oder Quark. Ich glaube, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Das Ganze dann auf Knäckebrot oder mit Baguette gegessen, ist sehr frisch und lecker und hat auch nicht viel Kalorien.
Die Idee, dass ich diesen Dip in SFO gekauft haben könnte, lässt mich gleich nach einem Flugticket stöbern. 450 Euro hin und zurück. Soll ich?! Vielleicht - ganz sicher - gibts den Dip auch in Kalifornien und wenn nicht, macht man ihn frisch oder mit ganz anderen Zutaten irgendwo am Meer. Was für eine schöne Vorstellung.
Saturday, March 21st, 2009
Ist das nicht ein herrliches Frühstücksbild? Da scheint doch gleich die Sonne und es liegt Mai in der Luft, so wie heute morgen in Hamburg. Ich habe gleich meinen Schnittlauch-Topf auf dem Fensterbrett geplündert und zu den frischen dunklen Brötchen von Bäcker Schafskäse aus dem Kühlschrank dazugepackt. Der ist zwar im Geschmack etwas herber aber dafür mindestens so cremig wie Milram, Bresso & Co. Aber eben vom Biobauern Brünjes hier in der Gegend, nämlich aus Bremervörde. 100 Milchschafe grasen bei ihm auf Moor- und Marschwiesen und das schmeckt man auch, finde ich. Schmeckt quasi nach Salzwiese hinterm Deich. Dazu der intensive Schnittlauch, eine Tasse Kaffee, herrlich. Wo ist meine Zeitung?
Überhaupt: Diese Bio-Bauern hier im Norden. Heute war ich St. Peter Ording am Meer, “Gegen den Wind”, ihr wißt schon, dort ist die Surferserie gedreht worden fürs Erste in den neunziger Jahren. Auf dem Weg dorthin musste ich einen Abstecher zu Wischmann´s Hofladen machen. Kurz vor Büsum liegt der an der Strecke. Bin mit einer frischen Lammkeule, Lammleberwurst, Lammschinken und Lammsalami wieder aus dem Laden raus. Ich halte euch auf dem Laufenden, die Lammleberwurst ist schon mal ein Gedicht, so viel steht fest, denn die erste Scheibe Brot mit eben jener fand eben den rechten Weg in meinen Bauch. Zack!
Monday, February 16th, 2009
Hamburg machts mir nicht leicht. Es ist kalt, es ist windig, es regenet, es schneit. Warum bin ich nur im Winter hierher gekommen? Aber irgendwann wirds Frühling und dann Sommer und dann Elbe beach clubs - here i am! So lange ernähren wir uns vitaminreich und mit viel Rohkost - manchmal. Also jedenfalls nicht in der NDR Kantine, aber hin und wieder zu Hause. Here we go. Auch wieder aus dem SZ-Magazin, eine Abwandlung des Rezeptes: Gemüsesalat aus rohen Zucchini und Stangenbohnen von Tim Mälzer. Statt Stangenbohnen habe ich Möhren genommen.
Alles geht ganz einfach und schnell und es ist wirklich lecker und zu allem Überfluss auch noch gesund - glaube ich. Für einen Esser nimmt man eine mittlere Zucchini, zwei mittlere Möhren, eine große Zitrone und etwa 30 gr Pecorino. Von der Zucchini die Enden abschneiden und dann mit einem Gemüsehobel oder der Aufschnittmaschine - ja, wer hat keine Aufschnittmaschine??!! - in dünne Scheiben schneiden. Die Zucchinischeiben in eine Schüssel geben und mit Salz und Pfeffer bestreuen und massieren, sprich leicht durcheinander kneten, bis sie geschmeidig geworden sind. Die Möhren abschaben und auch in dünne Scheiben schneiden und in einem Topf mit siedendem Wasser kurz blanchieren, damit sie nicht ganz so hart sind - also eher so die Konsistenz der Zucchini-Scheiben haben. Möhrenscheiben abkühlen lassen, zu den Zucchinischeiben geben und mit dem Abrieb einer Zitrone vermischen. Aus dem Saft der Zitrone und 50 ml Olivenöl reichlich Dressing mischen, an den Salat geben und mit dem geriebenen Pecorino bestreuen. Das Dressing sieht so aus! Guten Appetit!

Monday, February 16th, 2009

Neulich habe ich mir einen Gemüseauflauf gemacht mit Roter Beete und jeder, der bereits mal mit Roter Beete gekocht hat, weiß, da wird selbst Weißkohl rot. Der Saft des Gemüses ist so intensiv, der färbt alles, bis hin zum Ende des Ernährungskreislaufes. Doch ich will lieber über den Anfang des Ernährungskreislaufes schreiben. Ist einfach appetitlicher. Im Übrigen habe ich einige neue Kollegen zum Borschtsch-Essen eingeladen, dieses Rezept kommt demnächst. Ich liebe russische Suppen und besonders Borschtsch.
Doch zurück zum Gemüseauflauf. Neben Roter Beete habe ich mich - farblich passend - zu rotem Pfeffer hinreißen lassen, der fotografiert sensationell aussieht, wie ich finde. Er ist natürlich nicht so scharf wie schwarzer, sondern eher ein milder Vertreter seiner Sorte. Vom Aussehen her erinnert er mich stark an Preiselbeeren oder wie wir neudeutsch sagen: Cranberries oder vielleicht an Ebereschen-Beeren.
In den Auflauf kam alles, was noch an Gemüse im Kühlschrank war. Mangold, Möhren, Zucchini und Auberginen. Überbacken habe ich dann alles mit einem Rest Bergkäse, nachdem ich das Gemüse zuvor kräftig gewürzt und in 250 gr creme fraiche angerührt hatte. Ein deftiger Genuss! Doch der eigentliche Grund dieses Eintrages, das sagt schon die Überschrift war die Sauce, die sich am Grund der Auflaufform gebildet hatte. Ein ölig-sahniger Traum in rosé. Rote Beete färbt eben alles…..

Das wollte ich euch nicht vorenthalten.
Tuesday, January 20th, 2009
…leicht fast-erkältet, habe ich mich heute Abend für was feurig-vegetarisches entschieden. Ich will jetzt keine Verallgemeinerung treffen Männer, aber viele werden wissen, wovon ich spreche. Nämlich, wie es ist, wenn ein Mann sich krank fühlt. Weltuntergang ist vorsichtig umschrieben. Geht rein gar nichts mehr. Aua. Och nee, ich muss mich hinlegen. Mein Kopf, tja, wahrscheinlich ne Grippe, ja, ich fühl mich auch so schlapp, keine Ahnung, wo ich mich angesteckt haben kann. Naja, ich war gestern ne Stunde laufen, vielleicht sollte ich es nicht gleich übertreiben mit der Fitness-Frühlings-Kur. Aaaach, ich fühl mich gar nicht gut……so bin ich - ich gebe es zu.

Also, ruck zuck, ab in den Alnatura-Supermarkt - baoh Hammer, was es in so einer Weltstadt wie Hamburg alles gibt. Den Gemüsestand geplündert und zu Hause - zack - ab in den Wok. Möhren, eine rote Paprika, Brokkoli und eine Zucchini mehr oder weniger fein geschnitten, nicht gedünstet und nicht blanchiert, sondern roh ins heiße Sesamöl. Immer wieder umgerührt und so en passant ein wenig Chilipaste, ein wenig Salz und Pfeffer und ein wenig Pataks mildes Curry drangerührt und schon ist ein zwar scharfes - aber das ist gut bei einer Fast-Erkältung - aber leckeres und gesundes Asia-Essen fertig. Mjam mjam, love you for long time!
Sunday, September 21st, 2008
Ich habe ein neues Kochbuch geschenkt bekommen zum Geburtstag. “Die Küche der Provence. Eine Kochschule für Genießer” ist für mich geschrieben worden - hey, Danke, Heike! Witzigerweise sind die Rezepte und Gerichte nach Wochentagen geordnet, ich habe mir als erstes aus dem wunderschön fotografierten Buch ein Rezept ausgesucht, das die Autoren als Dessert für das Donnerstag Abendmenü vorschlagen. Nachdem ich es jetzt probiert habe, würde ich vorschlagen, alle Diät-Verächter dürfen es auch an den restlichen Tagen essen. Und zwar: Gebratene Feigen mit Sahne. Ich bin seit einem Griechenland-Urlaub, bei dem ich - ganz bilderbuchmäßig - die Feigen vom Baum gegessen habe, großer Feigen-Fan und mag sie eigentlich am liebsten frisch - aber gut. Ich sags gleich vorweg, die Zutaten für das Dessert sind sehr reichlich bemessen und ich habe mich gefragt, wer so eine Portion essen soll, wenn er vorher schon eine Vorspeise und einen Hauptgang hat. Das Rezept ist wohl - ich kann es nicht beurteilen, denn ich war noch nie in der Provence - ein Dessert-Klassiker. Hauptbestandteile sind geröstete Pinienkerne und in der Pfanne gebratene Feigen. Für 4 Esser sieht das Rezept folgende Mengen vor: 12 reife und dennoch feste Feigen (sind für jeden 3, ich finde, zwei reichen völlig aus, d.h. dann würden sich auch die restlichen Zutaten etwas verringern). Dazu noch 30 gr Mandelblättchen, 50 gr Pinienkerne, 60 gr Butter, 100 gr Zucker, Saft einer kleinen Zitrone und 150 gr gekühlte Crème fraîche.
Die Mandelblättchen und die Pinienkerne auf Backpapier in den 200 Grad heißen Backofen schieben und innerhalb weniger Minuten goldgelb werden lassen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Von den Feigen die Stielansätze abschneiden und dann die Früchte von Hand etwas runder formen, dabei sollte man ziemlich vorsichtig sein, denn reife Feigen matschen schnell und dann kann man das Braten vergessen. Die Butter bei mittlerer Temperatur in einer Pfanne zerlassen, die Feigen hineinsetzen und mit 2 EL Zucker bestreuen. 4 EL Wasser zuschütten und 3-4 Minuten köcheln lassen, dabei immer wieder mit dem Sirup beträufeln. Die fertig gebratenen Feigen in der Pfanne warm stellen. Den restlichen Zucker mit 2 EL Wasser vermischen und langsam in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur erhitzen. Den Zucker auflösen und das Gemisch zum Kochen bringen, ohne es umzurühren. Wenn es brodelt und sich goldgelb gefärbt hat und karamellisiert, den Topf sofort vom Herd ziehen und in das Karamell 2 EL heißes Wasser einrühren. Dabei ganz vorsichtig sein, denn das Wasser führt dazu, dass sofort viel verdampft und es ziemlich spritzen kann. Das kann, gelangt das heiße Zeug auf die Haut, sehr, sehr schmerzhaft sein! Ok, wenn nichts passiert ist, geht es weiter, ansonsten vielleicht mal den Notarzt rufen oder in die Uniklinik fahren. Verbrennungen sind sehr unsexy. Die Pfanne mit den Feigen wieder auf den Herd setzen und die gerösteten Mandelblättchen und Pinienkerne sowie das Karamell dazugeben. Den Zitronensaft unterrühren und alles aufkochen, dann die Temperatur runterfahren und alles noch 2 Minuten köcheln lassen.
Die Crème fraîche aufschlagen und portionsweise auf den Tellern verrühren, jeweils 3 (oder 2) Feigen darauf setzen und etwas mit Karamell-Sauce übergießen. Der Genuß kommt warm auf den Tisch! Voila!