Was wäre der Herbst ohne Maronen?
Kennst Du den Unterschied zwischen Maronen und Maronen? Das Eine sind Pilze, das Andere Esskastanien, aus letzteren habe ich heute eine Suppe gemacht. Maronen und Herbst, das passt wie Wirsing, Grünkohl, Rüben, Rosenkohl, alles leckere Herbst- und Wintergemüse, die für mich perfekt zur kalten Jahreszeit passen. Maronen habe ich zum ersten Mal selbst in der Küche verwendet und bis aufs Schälen, ist das ne ganz anständige Sache. Denn so richtig rockt ein völlig ruinierter Daumennagel nicht.
Gefunden habe ich das Rezept im “Kochteil” des SZ-Magazins, ist jetzt nicht die ausführlichste Feinschmecker-Rubrik, aber eine ziemlich effiziente. Denn hier beschränkt man sich auf wöchentlich ein Rezept, das meist recht einfach nachzukochen ist und trotzdem immer was Raffiniertes hat. Diese Woche eben Maronen-Suppe mit Chicorée. Wobei wir wieder bei einem alten Blog-Thema wären. Suppen haben eines mit Risottos gemein, sie lassen sich ziemlich schwer in einer wie auch immer gearteten Weise lecker fotografieren, sondern sehen meisten aus wie Matsch. Leckerer Matsch eben.
Molto importante ist - frische Maronen und nixe bereits geschälte in Vakuum-Verpackung, nur weil Mutti die Nägel schonen will. Für 6 Suppenportionen (sehr kleine Teller :-) braucht man etwa 600 gr Maronen, die man einritzt und bei 220 Grad in den Backofen schiebt, dort 10 Minuten lässt, bis sie aufgeplatzt sind. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und schälen - dabei drauf achten, dass sie nicht ganz abkühlen, sonst klebt die Schale wieder an den Maronen und man bekommt den Kram gar nicht mehr runter. Dazu braucht man für die Suppe noch eine Scheibe Speck, 50 gr Butter, 4 klein gewürfelte Schalotten, 1 kleines Stück Knoblauch, 50 gr gewürfelten Knollensellerie, Zucker, einen Schuss Sherry oder Port, 750 ml Gemüse- oder Geflügelfond (kann man super mit etwas Wasser auffüllen), 1 Thymian- und 1 Rosmarinzweig, Salz, Pfeffer, 200 ml Sahne, Balsamico, Orangensaft und Chicorée. Juppheidi und los gehts!
Den Speck in einem Topf auslassen, vorher etwas klein schneiden, dann die Butter dazugeben, die Schalotten, Knoblauch und den Sellerie mit einer Prise Zucker darin andünsten. Dann die geschälten Maronen dazugeben (ein paar für später für die Deko zurückbehalten). Das Ganze mit etwas Sherry ablöschen, reduzieren und den Fond angießen. Den Rosmarin- und den Thymianzweig auch dazu und das Ganze eine gute Viertelstunde köcheln lassen, dann alles mit Salz und weißem Peffer würzen. Die Suppe in einen Mixer schütten, pürieren und anschließend passieren, also durch ein Sieb streichen. Jetzt kommt der Kalorien-Hammer: 200 ml Schlagsahne halbsteif schlagen und unter die Suppe rühren, mit einem Spritzer Balsamico würzen. Den Chicorée in Streifen schneiden und in etwas Butter und Zucker dünsten. Dann mit frischem Orangensaft ablöschen, reduzieren, salzen. Die Suppe aufschäumen, auf Teller geben und mit Chicorée und in Scheiben geschnittenen Maronen servieren. Wohlgemerkt: das ist keine Suppe aus Pilzen. Und um ehrlich zu sein, habe ich den ganzen Topf mit einem Mal aufgegessen und fühle mich nun so ungefähr, als hätte ich verbotenerweise auf einem Kindergeburtstag die ganze Sahnetorte runtergeschlungen. Vielleicht hätte ich doch nur einen Teller essen sollen.