Was wäre der Herbst ohne Maronen?

Wednesday, November 25th, 2009

geröstete MaronenKennst Du den Unterschied zwischen Maronen und Maronen? Das Eine sind Pilze, das Andere Esskastanien, aus letzteren habe ich heute eine Suppe gemacht. Maronen und Herbst, das passt wie Wirsing, Grünkohl, Rüben, Rosenkohl, alles leckere Herbst- und Wintergemüse, die für mich perfekt zur kalten Jahreszeit passen. Maronen habe ich zum ersten Mal selbst in der Küche verwendet und bis aufs Schälen, ist das ne ganz anständige Sache. Denn so richtig rockt ein völlig ruinierter Daumennagel nicht.

Gefunden habe ich das Rezept im “Kochteil” des SZ-Magazins, ist jetzt nicht die ausführlichste Feinschmecker-Rubrik, aber eine ziemlich effiziente. Denn hier beschränkt man sich auf wöchentlich ein Rezept, das meist recht einfach nachzukochen ist und trotzdem immer was Raffiniertes hat. Diese Woche eben Maronen-Suppe mit Chicorée. Wobei wir wieder bei einem alten Blog-Thema wären. Suppen haben eines mit Risottos gemein, sie lassen sich ziemlich schwer in einer wie auch immer gearteten Weise lecker fotografieren, sondern sehen meisten aus wie Matsch. Leckerer Matsch eben.

Maronen-SuppeMolto importante ist - frische Maronen und nixe bereits geschälte in Vakuum-Verpackung, nur weil Mutti die Nägel schonen will. Für 6 Suppenportionen (sehr kleine Teller :-) braucht man etwa 600 gr Maronen, die man einritzt und bei 220 Grad in den Backofen schiebt, dort 10 Minuten lässt, bis sie aufgeplatzt sind. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und schälen - dabei drauf achten, dass sie nicht ganz abkühlen, sonst klebt die Schale wieder an den Maronen und man bekommt den Kram gar nicht mehr runter. Dazu braucht man für die Suppe noch eine Scheibe Speck, 50 gr Butter, 4 klein gewürfelte Schalotten, 1 kleines Stück Knoblauch, 50 gr gewürfelten Knollensellerie, Zucker, einen Schuss Sherry oder Port, 750 ml Gemüse- oder Geflügelfond (kann man super mit etwas Wasser auffüllen), 1 Thymian- und 1 Rosmarinzweig, Salz, Pfeffer, 200 ml Sahne, Balsamico, Orangensaft und Chicorée. Juppheidi und los gehts!

Maronen im OfenDen Speck in einem Topf auslassen, vorher etwas klein schneiden, dann die Butter dazugeben, die Schalotten, Knoblauch und den Sellerie mit einer Prise Zucker darin andünsten. Dann die geschälten Maronen dazugeben (ein paar für später für die Deko zurückbehalten). Das Ganze mit etwas Sherry ablöschen, reduzieren und den Fond angießen. Den Rosmarin- und den Thymianzweig auch dazu und das Ganze eine gute Viertelstunde köcheln lassen, dann alles mit Salz und weißem Peffer würzen. Die Suppe in einen Mixer schütten, pürieren und anschließend passieren, also durch ein Sieb streichen. Jetzt kommt der Kalorien-Hammer: 200 ml Schlagsahne halbsteif schlagen und unter die Suppe rühren, mit einem Spritzer Balsamico würzen. Den Chicorée in Streifen schneiden und in etwas Butter und Zucker dünsten. Dann mit frischem Orangensaft ablöschen, reduzieren, salzen. Die Suppe aufschäumen, auf Teller geben und mit Chicorée und in Scheiben geschnittenen Maronen servieren. Wohlgemerkt: das ist keine Suppe aus Pilzen. Und um ehrlich zu sein, habe ich den ganzen Topf mit einem Mal aufgegessen und fühle mich nun so ungefähr, als hätte ich verbotenerweise auf einem Kindergeburtstag die ganze Sahnetorte runtergeschlungen. Vielleicht hätte ich doch nur einen Teller essen sollen.

Gemüsebrühe mit Seidentofu und Rettich

Monday, May 12th, 2008

Gemüsebrühe mit SeidentofuEhrlich gesagt, gefiel mir bei diesem Rezept auf Anhieb nur das Bild, das sich in einer Kochzeitschrift gesehen hatte. Alles war so weiß und licht auf dem Teller. Ich dachte, das passt gut als leichte Vorspeise. Leider habe ich es nicht ganz so licht und weiß hinbekommen, ich sags gleich vorweg, schaut es Euch an! Ich meine auch zu wissen, woran es gelegen haben könnte. Das zweite Besondere an der Suppe ist der Seidentofu, eine Tofuart, die ich zumindest bislang nicht kannte. Kommt aus Japan und ist in der Konsistenz ähnlich geronnener Milch oder Joghurt, ein bißchen wie Wackelpudding. Der Suppe als Gesamtkomposition sozusagen wird eine reinigende Wirkung nachgesagt, wegen der Ingredenzien wie Chili, Rettich und Ingwer. How to cook: Für 4 Portionen braucht man 2 Möhren, 2 Petersilienwurzeln, 3 Stangen Staudensellerie, 1 Zwiebel, 1 kleine rote Chlilischote, ein Stück Ingwer (ca. 20 gr), 1 EL Sonnenblumenöl, 250 gr oben erwähnten Seidentofus, einen halben weißen Rettich, 4 Lauchzwiebeln, 2 EL Sesamsamen und 3 EL Sojasauce. Zuerst kocht man die Gemüsebrühe. Das Gemüse waschen und putzen. Den Sellerie, die Petersilienwurzeln, Zwiebel und die Möhren würfeln, Chili und Ingwer hacken. Alles in einem Topf in Öl andünsten, 800 ml Wasser dazugeben und alles eine Stunde leise köcheln lassen. Inzwischen den Tofu vorsichtig in Würfel schneiden und auf einen Teller geben, beiseite stellen. Den Rettich schälen und mit dem kleinen Helfer von einem Post weiter unten in dünne Streifen schneiden. Die Lauchzwiebeln putzen, waschen und die hellen Teile in dünne Scheibchen schneiden. Die grünen Teile in die Brühe geben. Die Sesamsaat in einer Pfanne ohne Öl oder Fett anrösten. Nach einer Stunde die Brühe durch ein Sieb gießen und mit Sojasauce abschmecken - und hier kommt mein Fehler. Ich habe im Kühlschrank zur erstbesten Sauce gegriffen und das war braune Sojasauce. Es gibt aber auch helle und die macht die Suppe nicht braun wie bei mir, sondern die Suppe bleibt klar und hell, wie sie im Originalrezept bei “kreativ küche” abgebildet war. Die Rettichstreifen in der heißen Brühe 2 Minuten ziehen lassen und dann mit den Tofuwürfeln in tiefe Teller verteilen. Die Brühe darübergießen und mit dem gerösteten Sesam und den Lauchzwiebelringen bestreuen. Die Suppe ist ein kleines Wunderwerk der Ernährung, denn sie hat den eiweißreichen und fettarmen Tofu und jede Menge Kalzium, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Eisen und Enzyme aus dem Rettich. Hammer!

Kohlrabicreme-Suppe

Friday, April 25th, 2008

Kohlrabicreme-SuppeJetzt wird das Bärlauch-Pesto - siehe letzter Post - weiter verarbeitet. Und zwar als Zugabe zu einer Suppe. Kohlrabisuppe, mit Creme, sprich Schlagsahne, yeah fight the fat fighters! Lecker Süppchen für 4 braucht folgende Zutaten: einen großen Kohlrabi, eine Kartoffel, eine Zwiebel, 100 ml Olivenöl, einen dreiviertel Liter Gemüsebrühe, 100 gr Kirschtomaten, 150 gr Schlagsahne, Salz und Pfeffer. Den Kohlrabi und die Kartoffel schälen und in Würfel schneiden, Zwiebel abziehen und auch in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel dann in einem Topf in einem EL Öl glasig dünsten. Kartoffelstückchen und Kohlrabi dazugeben, mit der Brühe auffüllen und alles etwa 15 Minuten kochen. In der Zwischenzeit kann man leicht das Bärlauch-Pesto machen (siehe unten). Dann die Tomaten waschen, halbieren, entkernen und würfeln. Das gekochte Gemüse etwas abkühlen lassen und pürieren. Die Sahne unterrühren und das ganze mit Salz und Pfeffer abschmecken und noch einmal kurz aufblubben lassen. Dann die Suppe auf die Teller verteilen, mit Pesto und Tomatenstückchen garnieren und servieren.

Kürbissuppe mit Rote Beete Essenz und Pinienkernen

Sunday, February 17th, 2008

Kürbissuppe mit Rote Beete EssenzWeil ich noch einen halben Topf Kürbissuppe übrig hatte, habe ich hin und her überlegt, was ich damit anfangen könnte, ohne wieder 100 Prozent das Gleiche essen zu müssen. Das kam mir eine einsame Rote Beete im Gemüsefach in den Sinn. Im Ganzen habe ich sie in einem Topf gekocht, bis sie weich war, geschält und in Schnitze zerteilt. Mit dem Sud püriert und dann noch einmal durch ein feines Sieb gestrichen. Ohne jegliche Würze anschließend noch einmal aufkochen. Mit einem Espresso-Löffel über die Kürbissuppe verteilen und die gerösteten Pinienkerne darüber streuen. Kleiner Kniff, die roten Paprika am Rand des Tellers waren eiskalt, denn ich habe sie erst zum Servieren aus dem Kühlschrank genommen. Das gab der doch recht scharfen Suppe (siehe Eintrag unten!) eine kühle, schmerzstillende Nuance. Guuuut! Dass die Rote Beete komplett ungewürzt daher kam, hat mich auf den ursprünglichen Geschmack des Gemüses gebracht, so richtig nach Erde, finde ich.

Kürbissuppe mit Rübenmousse

Thursday, February 14th, 2008

Jetzt ist es schon 11 Uhr abends und ich fange nochmal zu kochen an. Seit Wochen liegt bei mir im Gemüsekorb ein kleiner Hokkaido-Kürbis, gekauft habe ich ihn kurz vor Weihnachten, wollte ihn für eine Suppe verwenden, habe dann doch eine andere gemacht und so blieb der Bursche eben liegen. Jetzt ist es vorbei damit - er schmort in der Pfanne, geschält und klein geschnitten. Und wo ich einmal beim Aufräumen war, habe ich eine halbe Steckrübe auch noch geschält und in einem

Kürbis in der Pfanne

kleinen Topf gekocht. Entstehen wird eine Suppe Marke Eigenkreation: Bezeichnung siehe oben! Ich war ja wirklich der Ansicht, diese Art Kürbis kommt von der japanischen Insel Hokkaido, doch siehe da: Amerikanische Agrarberater (bestimmt Halloween & Partner) haben die Pflanze erst nach Japan gebracht. Jedenfalls schmoren in der Pfanne jetzt der geschälte, gewürfelte und sauber entkernte Kürbis, zwei, drei kleine Chili, eine gehackte Schalotte, 2 Knoblauchzehen, einige Scheiben frischer Meerrettich und eine kleine, gewürfelte Kartoffel. Das Ganze habe ich 5 Minuten anbraten lassen und dann mit einem halben Liter Brühe abgelöscht und - nachdem ich die Meerrettich-Scheiben herausgenommen hatte - direkt püriert und anschließend gleich durch ein feines Sieb passiert. Ich finde, so eine Suppe wird dadurch erst richtig fein. OK, beim abschmecken habe ich gemerkt, dass die 3 Chili in der Pfanne wohl doch ein winziges Chili zu viel waren - aua! Vielleicht war ja auch die Schärfe des frischen Meerrettich auf den Kürbis übergegangen, aua. (weiter…)

Steckrübensuppe mit Chili-Pflaumen

Saturday, February 2nd, 2008

Steckrüben sind wieder mal so ein Gemüse, dass ich in den letzten Jahren total aus den Augen verloren habe. Wer isst schon Steckrüben, wer weiß überhaupt, was Steckrüben sind und wo es sie gibt. Ich habe Rüben noch aus meiner Kindheit in Erinnerung. Allerdings gabs die bei uns auf dem Hof immer für die Tiere. Mehr oder weniger wiederentdeckt habe ich das Gemüse in einem Rezeptheft. Und dabei auch diese raffinierte Suppe.

SteckrübeneintopfDas Raffinierte sind nicht die Steckrüben, sondern die Einlage - die Chili-Pflaumen. Für 4 Portionen braucht man 100 gr Trockenpflaumen (ohne Kerne), 1 rote Chilischote, 50 ml Portwein, 1 EL Ahornsirup und 1 EL Zitronensaft. Die Pflaumen in Streifen schneiden, die Chilischote klein hacken. Den Wein samt Zitronensaft und Ahornsirup sowie Chilischotenteilchen aufkochen und die Pflaumen untermischen. Das Ganze nochmal aufkochen, Topf vom Herd nehmen und Pflaumen 1 Stunde im Sud ziehen lassen. In der Zeit kann man entspannt die Suppe kochen. 500 gr Steckrüben schälen und in Würfel schneiden, ebenso 1 kleine Kartoffel und 2 Zwiebeln. Rübe, Zwiebeln und Kartoffel in Butter andünsten, später 1 Liter Gemüsebrühe angießen und die Suppe ca. 20 Minuten bei zugedecktem Deckel köcheln lassen.

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Pichelsteiner Eintopf

Tuesday, January 8th, 2008

Was soll ich sagen - ich bin immer noch erkältet. Die basische Suppe hat nicht geholfen, jedenfalls nicht signifikant und nicht bei meinem Naturell. Mist. Bin wahrscheinlich völlig übersäuert und sollte das Zeug eimerweise trinken. Muss ich jetzt doch ein Erkältungs- und ein Dampfbad nehmen. Und hinterher esse ich den Pichelsteiner Eintopf, den ich mir gemacht habe. So ein richtig herrlicher Winter-Eintopf mit Rindfleisch, Speck, Rosenkohl (i love!!!), Kartoffeln und Äpfeln. Dabei fällt mir ein - wo kommt eigentlich der name Pichelsteiner Eintopf her. Sagt man einfach so dahin - aber wo ist das Kaff? Recherche….gegoogelt - und - NIX. Zwar gibt es knapp 4000 Suchergebnisse für Pichelstein, doch keines davon trifft auf den Eintopf oder ein Dorf dieses Namens zu. Komisch.

Pichelsteiner Eintopf

Eine WDR Seite weiß immerhin, dass die Suppe wohl im bayrischen erfunden wurde. Und tadaa, Pichelsteiner Eintopf eingegeben - siehe da mehr als 18 tausend hits - und das Ding ist lokalisiert. Wiki sei Dank. Hier die Basics: 1894 erstmals in einem Kochbuch erwähnt, vermutlich nach dem bayrischen Dorf Büchelstein benannt, da man in der Gegend das Ü wie ein I aussprach. Jedenfalls war Auguste Winkler, eine Wirtin, die Erfinderin dieser leckeren Suppe. Kann man nur zu gratulieren, auch wenn sie schon hin ist. Bis heute gibt es in Regen (Stadt in Bayern, Anm. d. Autors) ein Fest, welches dem Eintopf huldigt. Bayern halt. Machste nix. Egal - lecker isses. Und geht so: Für 4 Esser braucht man ca. 600 gr magere Rinderbrust - Feinschmecker nehmen Rinderfilet - muss aber nicht sein. Weiter Butterschmalz, Salz, Pfeffer, 100 gr Räucherspeck in sehr dünnen Streifen, 200 gr Pastinaken (da sind sie wieder!) oder Petersilienwurzeln, 250 gr Möhren, 400 gr Kartoffeln, 400 gr Rosenkohl, 1 großer säuerlicher Apfel, gemahlenen Kümmel, einen dreiviertel Liter Fleischbrühe, einen viertel Liter naturtrüben Apfelsaft, 2 Zwiebeln, 1 EL Öl, 1 EL Butter und einen Bund glatte Petersilie. (weiter…)

Basische Suppe

Monday, January 7th, 2008

..ich habs mir heute Abend auf dem Sofa richtig gemütlich gemacht, bei 3 Tassen basischer Suppe und der neuen ARD Krimi-Reihe “Mord mit Aussicht”. Viertel nach 8 - Fernsehen statt Bauch, Beine, Po wie sonst üblicherweise Montag Abend. Basische Suppe? Was? Wusste ich bis heute nachmittag auch nicht, dass es so etwas gibt. Und habs ausprobiert.

Basische SuppeDer Grund: Mich packte so ne leichte Erkältung, oder sagen wir mal: ne Ahnung davon. Kurz: Ich glaube, ich werde krank, kann man jetzt hypochondrisch finden oder aber sich ne basische Suppe machen. OK. Basische Suppe. Kennt man wahrscheinlich vom Fasten, Körper reinigen und entschlacken. Basisch wirkt alles - wer erinnert sich noch an den Chemieunterricht in der Schule? - was entsäuert. Um es kurz zu machen: viel Obst und Gemüse. Eine Kollegin meines Freundes schwört bei einer Erkältung auf folgendes Rezept: In einem Liter stillem Mineralwasser (ich hab Vittel genommen, ist aber wahrscheinlich pillepalle, weil egal) mehrere gewaschene aber ungeschälte Möhren, einen halben geschälten Sellerie, eine ungeschälte Zwiebel und mehrere ungeschälte aber gewaschene Kartoffeln zum Kochen  bringen und dann 45 Minuten vor sich hin köcheln lassen. Wichtig: Nur Bio Gemüse verwenden und das Ganze nicht würzen. Ach ja - und mehr Kartoffeln als Möhren sollen es sein. Jaja, schon bei der Beschreibung läuft einem das Wasser im Mund zusammen, ich weiß. Man sehnt das Geschmacksfeuerwerk auf der Zunge förmlich herbei. Es bleibt aus, soviel sei verraten. Und auch farblich überzeugt das Süppchen nicht völlig. Deshalb gabs bislang auch nur ein Foto der Ausgangsprodukte. (weiter…)