good food, good wine and i am doing fine

Monday, December 7th, 2009

yellow fin tunaHow is the fish? Good. Ich habe - mal wieder - nicht selbst gekocht, sondern möchte euch nur einen Eindruck vermitteln und einen Tipp geben. Wie wäre es mal mit yellow fin tuna mit einer Chili-Honig-Marinade? Gestern Abend so gegessen in Kalk Bay, Harbour house - Restaurant mit Blick aufs Meer, was nicht schwer ist, da es dem Namen alle Ehre macht.  Seit vier Tagen in Südafrika und ich probiere in einem Crashkurs sämtliche Fischgerichte und auch Weine durch. Achtung dieser Entry beinhaltet richtig gute Restaurant- und Hoteltipps und das unverhohlene Unverständnis über meine Person, warum ich erst jetzt dieses Traumland entdeckt habe.

By the way: Ich habe Otto getroffen. Ja, Otto the big Rehakles. Jesus, nicht nur Wale, verdammt gutes Essen  und ein stylishes Hotel nach dem anderen, nein auch noch Fußball-Trainer-Berühmtheiten und das in einem Restaurant mit der wohl spektakulärsten Aussicht überhaupt (naja, gleich nach der Baude auf dem Adlersberg in Thüringen, von da aus schaut man nämlich auf die Perle des Thüringer Waldes - Suhl) woll! Also, ich im Two Oceans Restaurant gesessen, quasi am Ende der Welt, der südafrikanischen jedenfalls, am Kap der fröhlichen Hoffnung, und Otto und seine Souvlaki-Mannen nehmen eine Riesen-Fischplatter nach der anderen zu sich - ihr wisst schon, kurz vorm final draw der Fußball-WM braucht auch ein erfolgsverwöhnter Trainer nochmal nen Eiweißschock. Ach ja, die Aussicht: Treffen sich zwei Ozeane….der Atlantik und der indische Ozean und das ausgerechnet, während ich in dem schicken Restaurant da sitze und mir auch ne schicke Fischplatter kommen lasse. Warum sollen die soccer player allein einen Eiweißstau bekommen?!

Seafood Platter

Erkennt man, dass dieses leichte Mittagsgericht einen Hummer, mehrere Prawns, Fischcurry, Calamari und andere Arten frischen Fisches zu seinen Ingredenzien zählt? Ja, das ist meine Art einer Detox Diät, leichten Wein und leichten Fisch kombinieren und das Gefühl haben, wie eine Feder über die Strände ins türkisfarbene Wasser zu gleiten, tauchen, auftauchen und wie die beach boys hier quasi surferbodymäßig aus dem Wasser zu kommen. Bild meines Auftrittes anbei: ok, ich arbeite noch am letzten Schliff, spirit muss vielleicht etwas positiver rüberkommen!

fauler Pinguin

OK, ich habe Tipps versprochen - hier sind sie:

Sunset beach guesthouse, Kommetjie - aber wehe ihr fahrt da jetzt alle hin, das GH hat nur 5 Zimmer und liegt mitten in den Dünen an einem menschenleeren Strand. Traum. Auch für honeymonner.

Blackheath Lodge, Kapstadt, Anthony und Jonathan sind die perfektesten Gastgeber überhaupt. Zimmer 6, Vom Bett Blick auf Signal Hill und das Meer.

Restaurant Wakami, Kapstadt, Beach road, der beste Tuna in Sesammantel, liegt im aufstrebenden Viertel Sea Point, quasi neben dem neuen Stadion

Cafe Caprice, Kapstadt, Camps Bay, Burger und Salat mit super Aussicht aufs Meer, im sicherlich hippsten Stadtteil

Harbour House, Kalk Bay, siehe oben

Cafe Olympia, Kalk Bay, etwas Hippie, zwischen vielen Antiquitäten-Geschäften und Surfer Spots, lecker Cappuccino ….

to be continued…..nächste Stationen Weinlands, Garden Route, Botswana…..

Chilisalat mit Thunfisch

Sunday, September 27th, 2009

Ja Leute, ich weiß, der Thun ist überfischt quasi in allen Meeren und man darf, soll und so weiter als verantwortungsvoller Konsument eigentlich keinen essen, denn viele Arten stehen vor dem Aussterben. Aber Thunfisch ist nun mal wirklich sehr, sehr lecker (wenn auch extrem fettreich) und ein ungemein gesunder Fisch. Und ich will auch 100 Jahre werden, wie viele japanische Sushi-Esser. Deshalb ist man ja auch bereit für 8 Thunfisch-Steaks 65 Euro zu zahlen, wie ich beim Fischhändler auf dem Hamburger Fischmarkt. Meine Güte, da versteht man das Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Thunfisch-Steaks

Wenn ich das richtig überreiße, ist der von mir gekaufte Thunfisch ein Gelbflossen-Thun, denn das Fleisch wurde beim Braten nahezu weiß. Thunfisch bleibt ja sowieso - wenn man ihn nur kurz, d.h. sekundenlang erhitzt - innen roh. So esse ich ihn jedenfalls am liebsten. Den Fisch spült man unter fließendem Wasser ab, trocknet das Fleisch dann wieder und salzt es leicht, bevor man die Steaks in einer Pfanne mit sehr heißem Chiliöl etwa 10 Sekunden brät. Dann die Thunfischsteaks nochmal mit Chiliöl bestreichen und im Ofen bei 80 °C warm halten.

Dressing und Papaya-Salat

Jetzt gehts an den Salat, der aus Papayas und Zucchini besteht und der ist wirklich ein Traum. Zuerst will ich aber mal alle Zutaten auflisten, die man braucht für den Salat inklusive Thunfischsteak. Für 4 Leute kaufe man 4 Thunfischsteaks, ist ja logisch. Dazu braucht man Chiliöl, Meersalz, 2 unbehandelte Zitronen, braunen Zucker, 2 kleine reife Papayas, etwa 150 gr Zucchini (so genau muss man das aber nicht nehmen), 1 kleine rote Chilischote, süße Chilisauce, Obstessig, Mango-Chutney und frisch geriebene Zitronenschale. Bei den Zucchinis finde ich es immer ganz hübsch, wenn man nicht nur die grünen, sondern auch noch eine gelbe darunter mischt. Da die Papaya ja orange ist, geben die unterschiedlichen Farben der Zucchini dann eine farblich schöne Mischung. Das Auge… und so weiter, ihr wisst schon!

Papaya-Salat

Für den Salat die Zucchini und die Papaya in Würfel schneiden, die Chilischote halbieren, entkernen und in kleine Fitzelchen schneiden und an den Salat geben. Vorsicht, kommt man mit den Fingern an das Schoteninnere, dann anschließend auf keinen Fall ins Auge fassen oder in die Nase oder an andere empfindliche Körperteile, es sei denn, man mag außergewöhnliche Reize. Aus 5 EL Chilisauce, 4 EL Obstessig und 2 EL Mango-Chutney eine Marinade rühren und unter die Salatzutaten mischen. Das Ganze mit 1 TL Zitronenabrieb und Meersalz abschmecken. Dann die beiden Zitronen längs halbieren und in der Pfanne, in der man die Thunfischsteaks gebraten hat, 2 EL braunen Zucker karamellisieren und die Zitronen mit der Schnittstelle hineindrücken und einige Sekunden braten lassen.

Die Thunfischsteaks aus dem Ofen holen, Zitrone beilegen und den Salat anrichten. Das Ganze kommt so leicht, so Sommer, so Thai daher. Fürchterlich lecker.

Thun mit Papaya-Salat

Lachs vom Fischmarkt

Tuesday, March 31st, 2009

Fischmarkt AuslageWenn man neu in einer Stadt ist, muss man natürlich auch ein gewisses Touri-Programm absolvieren, zum Einen, um selbst einen Überblick zu bekommen, was schön und gut ist und zum Anderen, um allen Besuchern aus der Ferne zeigen zu können, in welcher tollen Stadt man nun lebt. So halte ich es auch hier in Hamburg. Und habe dieses Wochenende mal wieder die Erfahrung gemacht, Touri-Programme können auch echt gut sein! Da wäre zum Beispiel der Hamburger Fischmarkt, so genannt, weil hier am Elbufer seit dem 17. Jahrhundert mit Fisch und Gemüse gehandelt wurde, gleich neben den Backsteinspeichern, in denen der Fisch angelandet und aufbewahrt wurde. Da bin ich heute morgen hingetigert. Bei Regen oder sagen wir mal bei typischem Hamburger Frühlingswetter. Kommt man aus Richtung Landungsbrücken auf den Markt fragt man sich: Wo ist der Fisch? Blumen, Kaffeestände, nichtsnutziger Handwerkskram, norddeutsche Souvenirs, würg, aber kein Fisch weit und breit - man muss sich erst durch tausende - kein Scherz - Regenschirme kämpfen. Zum Glück werden die meisten Menschen ja mit zwei Augen geboren, da kann man auf dem Fischmarkt im Regenschirmkampf schon mal eines verlieren. Ich habe mal eine Übersicht eingefügt, wie der Fischmarkt heute morgen so aussah, von oben betrachtet.

Fischmarkt totalUnd wenn man sich erstmal ins Gewühl begeben hat und überall die “nur 5 Euro”, “Nur 10 Euro” “und “noch ein Kilo drauf”-Rufe hört, kann man sich irgendwann des Shopping-Wahns nicht mehr entziehen. Meine Mutter hat bei Obst (”Korb für 10 Euro und noch 10 Kilo kernlose Trauben obendrauf für die Dame”), 4 Kilo Scholle für 10 Euro und diversem anderen Fisch zugeschlagen, ich habe mich dann zu einem wahren Karwenzmann von Lachs hinreißen lassen. Ungelogen, der Fisch mist 50 Zentimeter und war der Kleinste seiner Sorte an dem Stand, an dem ich gekauft habe. Gut, jetzt kann man sich schon die Frage stellen, was will man als Alleinwohnender mit einem Lachs, der gut und gerne 5 Kilo wiegt. Muss man halt kreativ beantworten und mal seine netten Nachbarn einladen. Den Fisch unter kaltem Wasser gründlich innen und außen abspülen und das rosa Fleisch innen salzen und mit grobem Pfeffer würzen und etwas Olivenöl einträufeln und einige dünn geschnittene Scheiben Knoblauch dazulegen. Da ich keine frischen Kräuter habe, bleibts dabei. Zum Glück habe ich vom Markt noch Zitronen mitgebracht. Die werden dann über das gare Fischfleisch gedrückt. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und den Fisch, der komplett in Alu-Folie gewickelt ist, hineinschieben.

LachsNach einer halben Stunde - ich dachte, der Lachs sei schon gar, habe ich eine Probe genommen, und siehe da - der Fisch war noch in weiten Teilen roh. Für normale Garzeiten war das Tier nicht geschaffen. Da wir aber Hunger hatten, haben wir die Alufolie geöffnet, die silberne Haut des Fisches eingeschnitten (auch zum Prüfen, ob das Fleisch gar ist) ein großes Stück Butter auf den Schnitt gegeben und beim Herd die Grillfunktion eingeschaltet - zack nochmal eine Viertelstunde im Ofen und das Fischlein war fertig. Ein Wort nur: Hammer! Das Fleisch lässt sich ganz leicht ablösen - der Fisch war ja auch frischer Fang, ich hatte beim Kauf extra darauf geachtet, dass die Augen ganz klar und ohne jegliche Eintrübung waren. Dazu gabs im Ofen gebackene Rosmarin-Kartoffeln und ein kleines Gemüse mit Lauch, Möhren und Pastinaken.

Lachs fertigUnd das war das lustige Trio, bei dem ich den Fisch gekauft hatte. Auf den Fischmarkt gehe ich wieder, ganz bestimmt. Und nächstes mal hole ich mir einen anderen Fisch. Mal sehen.

Fischhändler

Matjes mit Rosmarinkartoffeln

Monday, March 23rd, 2009

Matjes mit RosmarinkartoffelnMal so ein richtiger Matjes-Teller mit Remouladensauce und Apfelstückchen und roten Zwiebeln, dazu heiße Kartoffeln und Salat, am Meer, quasi am Strand gegessen. Man sitzt hinter einer Glasscheibe, die den Wind abhält, über dem Sand auf Stelzen, am Strand von St. Peter Ording, vergangenes Wochenende. OK, nicht selbst gekocht oder gebrutzelt, aber definitiv lecker und nordisch by nature und wert weiter gegeben zu werden. Der Hering sollte innen rosa sein, außen silbrig. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass der Hering teilweise mit Sandelholz eingelegt wird, damit er eine rötliche Farbe bekommt. Na jedenfalls wollte ich euch ganz, ganz dringend in der Vorsaison den Strand von St. Peter Ording empfehlen, weitläufig, scheinbar ohne Ende, Sand und Meer soweit das Auge sehen kann, am Ende der Leuchtturm von Westerhever - kann man den auf dem Bild hier noch erkennen? Ein Tag am Meer, von den Fanta4, hier genau das richtige Lied.

Leuchtturm WesterheverUnd wenn man genug gewandert ist, wie ich, macht man es sich in einem der auf Stelzen und Holzbohlen stehenden Restaurants/Cafes bequem, gerne draußen aber hinter einer Scheibe, also windgeschützt. Und dann bringt der Kellner entweder den Matjes oder eine Scholle oder nur einen Tee. Ich war in der StrandBar 54°Nord, sehr netter Service und das Essen war zwar nicht billig, aber ok, wenn man denn am Strand essen muss! Daneben gibts dann noch die “Silbermöve” aus der Serie “Gegen den Wind” - und so sieht das Ganze aus. Hinfahren lohnt sich!

Silbermöve

Was ich nicht wusste, ist, dass der Hering für den richtigen Matjes nur im Mai und Juni gefangen und dann eingelegt wird. Und dass der holländische Matjes angeblich milder ist, als der in Deutschland verkaufte. Muss ich mal testen. Wer unterdessen mehr über Matjes wissen möchte, der schaue doch mal hier www.matjes.nl, eine deutschsprachige Seite über den Matjes mit allen, wirklich allen, Informationen über diese Art Hering.

Büsumer Krabben

Sunday, March 15th, 2009

ofenkartoffel-mit-krabben.JPGEine Fahrt ans Meer, an die Nordsee genauer gesagt, ist von Hamburg ja nicht weit. St. Peter Ording mit seinem Strand oder Büsum zum Beispiel erreicht man in anderthalb Stunden mit dem Auto. So wie wir heute. Und was liegt bei Büsum, das sich als Krabbenhauptstadt der nordwestdeutschen Hemisphäre verkauft, näher, als eben jene hundertgrammweise zu verdrücken. Nicht selbst gemacht, sondern in einem Restaurant. Ofenkartoffel mit Krabben und Schmand. Dazu gabs - am Rand noch zu sehen - eine geröstete Hälfte Weißbrot mit Kräuter-Butter bestrichen und kross gebacken.

Ich versuche mal, das Rezept nachzuvollziehen, denn es war zu lecker, als dass man es nicht nachkochen sollte. Pro Esser nimmt man eine wirklich große Kartoffel, mehlig kochend, und kocht sie etwa 10 Minuten vor, bevor man sie dann bei 220 Grad im Backofen in Alu-Papier etwa 30 - 40 Minuten backt. Etwas abkühlen lassen und derweil den Schmand verfeinern. Etwa einen halben Becher Schmand mit ein paar Tropfen frischer Zitrone, Salz und Pfeffer verrühren und auf die aufgeschnittene Kartoffel geben. Darüber streut man dann etwa 100 - 150 gr frische Nordsee Krabben…und genießt noch eine Innenansicht der “Barkasse” am Büsumer Hafen,

 Büsumer Krabbenstube

 wo wir heute selbiges gegessen haben und noch eine weitere Ansicht des Büsumer Hafens - very busy. Auf das ganze Arrangement kann man natürlich noch Kräuter wie z.B. Schnittlauch, Petersilie oder andere klein schneiden und darüber streuen. Dem Krabbengeschmack schadet das nicht, ist halt schön für die Augen dessen, der das mag. Pur ist mehr!

Büsumer Schiffe

Gefüllter Tintenfisch

Friday, July 18th, 2008

Gefüllter Pulpo totalUrlaub im Süden auf dem Teller ist für mich immer und immer wieder: Gefüllter Tintenfisch. So leid es mir als begeistertem Warmwasser-Asien-und-Badewannen-Taucher auch tut, ich liebe Fisch. Gebraten. Gekocht. Gedünstet. Gegrillt. Roh auch als Sushi. Sorry fishies. Bei meinem ersten Griechenland-Urlaub auf irgendeiner der Kykladen-Inseln habe ich das erste Mal gesehen, dass Fischer stundenlang am Kai standen und gefangenen Pulpo immer und immer wieder gegen die Kaimauer geklopft haben (er war schon tot!). Damals habe ich mich gefragt, warum um Himmels Willen machen die das - haben die keine Katze? Sorry cats. Sie machen es angeblich deshalb, weil beständiges Klopfen und Schlagen das Fleisch recht zart werden lässt. Kann was dran sein, muss aber nicht. Vielleicht ist es auch nur einer der zahlreichen griechischen Mythen, davon gibts ja genug. Na jedenfalls mag meine Freundin Marie gefüllten Pulpo genau so gern wie ich, très bien habe ich mir gedacht: Machste eben mal welchen. Wir waren zu viert, also kaufe ich beim Fischhändler 4 Tintenfischlein, natürlich nicht ausgenommen, nicht küchenfertig, sondern so, wie der Gott des Meeres oder wer auch immer sie geschaffen hat. Mit allem drum und dran. Da fängts schon mal an…Mahlzeit! Ich möchte es mal so sagen: Man braucht nicht unbedingt mikrochirurgische Kenntnisse aber man sollte schon eine gewisse sensitive und ästhetische Geschmacksgrenze überwinden können, um diese Viecher auszunehmen. Die Aussicht auf ein köstliches Essen lässt mich nicht zögern. Zack, zack, Tentakeln ab, Tintensack und sogenanntes Fischbein raus und die vier Tuben gründlich(!) gespült. Hände danach auch. Die beschnittenen und ausgenommenen Tintenfische kräftig salzen und pfeffern und in einer Pfanne mit heißem Olivenöl rundherum anbraten.

Pulpo nahDadurch bekommt das Fleisch eine andere Konsistenz, ist natürlich nicht mehr so glibberig und formlos, sondern wird fest und nimmt diese runde Form an, wodurch sich die Pulpos dann viel einfacher füllen lassen. Allerdings verkleinert sich durch das Braten das zu füllende Innere, man benötigt also nicht so viel Füllmasse, als wenn man die Tüten in rohem Zustand füllen würde. Dann ist es außerdem auch schwieriger, weil die Dinger immer wieder quasi aus der Hand flutschen und über den Tisch flippern. Brrrrrr…….OK, also, Pulpos gebraten und beiseite gelegt. Nun zur Füllung. Da ich das so aus der Inspiration heraus gemacht habe, bin ich nicht sicher, ob folgende Aufzählung identisch mit der abgebildeten Füllung ist - aber nahezu! Also, ein Brötchen vom Vortag in Milch einweichen, die Tentakeln der Tintenfische in kleine Stücke schneiden.

 Pulpo nah

Das eingeweichte Brötchen leicht ausdrücken und zerpflückt in eine Schüssel geben. Die Tentakelteilchen dazu, geschnittes Basilikum (auch Koriander ist weltklasse), etwas kleingehacktes, frisches Rosmarin, ein Ei, Salz, Pfeffer und alles miteinander vermischen. Mit einem Teelöffel die Mischung in die Pulpotüten geben und mit Zahnstochern fest verschließen, so gut es geht, denn sonst tritt die Füllung beim Backen aus und man hat statt gefüllten Pulpos gefüllten Bräter. Wäre ja doch zu blöd. Die nun gefüllten Burschen bei 180 Grad und Ober- und Unterhitze im Backofen etwa 40 bis 50 Minuten braten, bis sie schön rotbraun goldig gegart sind. (Statt der fröhlich frischen grauen Farbe aus der Fischtheke haben die Tintenfische mit dem Braten bereits einen roten Farbton angenommen.) Entweder man entscheidet sich nach dem Herausnehmen, die gefüllten Pulpos als Vorspeise in Scheiben zu schneiden und so zu servieren oder aber jeder bekommt einen zum selber schneiden und dazu einen frischen Salat mit gaaaaanz viel Zitrone und etwas frischem Baguette. Lecker. Sorry fishies.

Geräucherter Saibling

Saturday, June 7th, 2008

SaiblingIch bin von einer 5tägigen Paddel-Tour durch Mecklenburg zurück. Müritz-Nationalpark, obere Havel und Alte Fahrt, also der früheren Frachtschiff-Verbindung von der Havel zur Müritz, bevor die Müritz-Havel-Wasserstraße als Schneise durch Mecklenburg geschlagen wurde. Um es kurz zu machen, jeden Tag 30 Grad, wolkenlos, einsame Seen mit Motorboot-Verbot, also Ruhe, Ruhe, Ruhe und jede Menge frischer Fisch. In mir feiern die Omega 3 Fettsäuren wahrscheinlich fröhliche Feste, denn ich habe jeden Tag locker ein Kilo geräucherten, gebratenen oder eingelegten Fisch gegessen, außer zum Frühstück eigentlich immer. Aal, Wels, Forelle und Saibling und der hat es mir besonders angetan. Ich kannte den Fisch bislang eigentlich nur aus relativ guten Restaurants und war überrascht, wie alltäglich er doch in Mecklenburg gegessen wird, klar, hier wird er ja auch gefangen. Die erste Begegnung mit der Delikatesse hatte ich beim Fischer von Babke. Paddelt man aus Richtung Wesenberg zur Havelquelle, kommt man zwangsläufig beim Fischer vorbei, denn hier muss man sein Boot wegen eines kleinen Wehres mit einer Lore umtragen. Da liegt eine Pause nahe. Zwei Frauen - die Frauen der Fischer vermutlich - verkaufen das, was ihre Männer tagsüber aus den Seen der Umgebung holen und einige zugekaufte aber selbst geräucherte Arten. Geräuchert wird im Hof mit Eichen- und Erlenholz. Das Fleisch der Fische ist lachsfarben, rosa, rosé, der Geschmack intensiv und mild zugleich. Eine Mischung aus Lachs und Forelle - und hier ganz sicher ganz frisch. In der “Süddeutschen Zeitung” war just heute auch ein Saibling-Rezept abgedruckt: Irischer Saibling mit Belonaustern in Champagnersauce und mit jungem Lauch. Also, ich sag mal so: in Mecklenburg ißt man geräucherten Saibling mit einem Brötchen. Das ist so ehrlich und einfach wie dieser Landstrich, so gerade und unkompliziert wie seine Menschen. Und damit man sich ein Bild vom Lebensumfeld des Saiblings machen kann, hier noch ein Bild von einem der vielen Seen. Kann man auch Urlaub machen oder?!

See

Dorade mit Tiroler Speck

Tuesday, April 29th, 2008

4 Bio-Doraden für 40 Euro. Jawoll. Bio ist nicht nur gut, sondern auch teuer. Weiß doch jeder. Naja, ein Fisch für 10 Euro, schade, dass in Leipziger Flüssen keine Doraden schwimmen, sonst würde ich mir eine Angel kaufen. Obwohl - bei der Wasserqualität sind die Fische sicherlich nicht mal Bio-Qualität, selbst wenn man sie mit Brötchen vom Bio-Bäcker füttert….Und so sehen Bio-Doraden aus, wenn sie die Fischtheke meines Vertrauens verlassen, irgendwie traurig, finde ich. Glücklicher sehen sie fertig gegart aus, mit Speck und allem zipp und zapp. Siehe weiter unten!

Dorade roh

Aufgewachsen sind die Fische in Griechenland, vor Kefalonia, einer der ionischen Inseln, in einer ziemlich großen Bio-Fisch-Anlage, wo Doraden und Wolfsbarsche gezüchtet werden, der einzigen Bio-Anlage übrigens, zumindest in Griechenland. Sagt der Vermarkter & Importeur.

Bevor man beginnt, die Fische zu verarbeiten, soll man eigentlich die Kiemen entfernen und sämtliche Flossen. Ehrlich gesagt, habe ich mich davor gescheut und habe nur eine Seitenflosse herausgeschnitten. So eine Fischzerlegerei bekommt doch recht schnell einen ganz unappetitlichen Beigeschmack. Und nicht nur, weil die Finger ganz schön fischig riechen. Ich habe Tiere und Teile von ihnen am liebsten bereits küchenfertig vorbereitet, alles andere riecht mir zu sehr nach Schlachthof. Und da ich als junger Mann mal 3 Tage in einem solchen Zerlegebetrieb gepraktikumt habe, ist eine gewisse - sagen wir mal - Abneigung - geblieben.

Doade ofenfertig

Die (hoffentlich schon ausgenommenen) Doraden waschen und innen und außen trocknen, innen leicht salzen und pfeffern. Dann mit einer Füllung aus Zwiebeln, Knoblauch und frischem Oregano füllen. Dazu braucht man 200 gr Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen und vier Stängel frischen Oregano. Die Zwiebeln und den Knoblauch abziehen und grob hacken, die Blättchen vom Oregano abzupfen, waschen und auch hacken. Zwiebeln und Knoblauch in etwas Öl glasig dünsten, dann den Oregano dazu geben und alles noch ein paar Minuten in der Pfanne dünsten. Die Masse dann in die Bauchhöhlen der Fische füllen, diese zudrücken und die Fische mit einigen Scheiben Tiroler Speck ummanteln.

Dorade fertig

Ein Backofenblech mit Folie auslegen und mit Öl einstreichen. Dann die Fische darauf legen bei 220 Grad auf der mittleren Schiene im Backofen für ca. 20 Minuten backen. Ich habe das Ganze mit Kürbis-Kartoffel-Pürree (siehe Post vom 16. März) und einigen gebutterten Salbei-Blättchen serviert. Wenn ich mir die fertigen Bilder der gebackenen Doraden so ansehe, glücklicher wirken sie noch immer nicht als zu dem Zeitpunkt in der Fischtheke, aber sie schmecken jetzt wenigstens lecker.