Von den Winelands wieder ans Meer und der beste Cheesecake der Welt

Wednesday, December 16th, 2009

cheesecake mit CappuImmer schon habe ich mich gefragt, wer wohl den cremigste Cheesecake backt - ich bins jedenfalls nicht, obwohl dutzendfach probiert, mit oder ohne Sauerkirschen, mit viel Sahne oder weniger. Jetzt habe ich - für meinen Geschmack zumindest - den besten Käsesahne-Kuchen der Welt gefunden und ausgerechnet in Südafrika. Well, what can you do?! Jedenfalls kann man sehr schön den Leuchtturm von Mouille point in Kapstadt und das dahinterliegende Meer betrachten, sich an den in den Hafen ein- und auslaufenden chinesischen Riesen-Frachtern erfreuen und dabei ein Käsesahne-Teilchen nach dem anderen verdrücken, dazu lecker Cappucchino - echten Cappucchino - herrlich. Cafe Neo heißt der Laden und ist 129 Beach road, falls jemand da anrufen will +27 21 433 0849, ich glaub, die liefern auch. Leider habe ich nicht rausbekommen, ob die den Kuchen selbst machen oder nicht und vor allem an der Backmischung bin ich gescheitert, ok, vielleicht hätte ich fragen sollen. Langsam aber sicher entdecke ich hier offensichtlich ein Herz fürs Dessert und süße Sachen, denn eigentlich bin ich ja eher nicht so der Süße. Jedenfalls hat mich am nächsten Tag bereits die Belgian chocolate and caramel cake in Franschhoek umgehauen, die sah so massiv, glänzend, schokoladig aus, ich musste einfach zuschlagen, obwohl ich bereits ein Stück regular Schoko-Torte bestellt hatte. (OK, nach dem Urlaub Detox forever)

Belgian chocolate cakeKeine Ahnung, ob die Schokolade aus Belgien war, glaub ich ja eher nicht, denn dieser kleine Weinort gut 70 km von Kapstadt hat sogar einen eigenen Chokolatier. Das Cafe heisst (wo ist die sz taste auf einem EeePC?) übrigens Täumerei…Recht ham se..bei so einer Aussicht zum Kaffee trinken.

 Aussicht Träumerei

Recht hübsch anzuschauen diese kleinen Weinorte, Fraschhoek, Stellenbosch - aber meines Erachtens kann man das gut als day trip von Kapstadt aus machen, es sei denn man ist Fan eines bestimmten Weingutes und will dort unbedingt mal hin und einige Tage bleiben, um alle Weine durchzuprobieren. Aber wer abends noch etwas ausgehen mag, ist dort definitiv falsch, um 8 ist da der Hund verforen. Nee, aber schön ist es schon! Wir haben dass Basse Provence als Basis genutzt für ein paar Tage, kann man machen, muss man aber nicht. Aber hier gabs immerhin die Postkarten für die Daheimgebliebenen umsonst. Scheint sich jetzt für manchen etwas old fashioned anzuhören - Postkarten schreiben, von Hand?? Ja, old school aber schön und ich freue mich jedes mal, wenn ich den Briefkasten aufmache, und jemand hat mir einen handgeschrieben Brief oder eine Postkarte geschickt. Es sei denn, sie kommt von meinem laotischen Patenkind, das sich nun nach finanziertem Businness Administration College-Abschluss in Vientiane, als Schweinefarmer im Norden des Landes selbständig machen möchte und dafür dringend ein paar Hundert Euro braucht für den Ankauf von Ferkeln. Irgendwie hatte ich mir den beruflichen Werdegang des jungen Mannes etwas akademischer vorgestellt. Aber was willste machen, Kinder….viel Freude, viele Sorgen. 

Wers gern mal richtig afrikanisch mag - kulinarisch gesehen - der gehe doch in den Winelands ins Spier Estate, ein Gut kurz vor Stellenbosch, die scheinen so viel Zulauf zu haben, die haben sogar eine eigene Bahnstation. Hier kann man an einem 50 Meter langen Buffet so ziemlich alles kosten, was die südafrikanische Küche hergibt, zu den eigenen Spier-Weinen, versteht sich. Irgendwo muss die Kohle ja herkommen.

Buffet Spier Estate

Man muss allerdings schnell essen, denn wie man auf den Foto erkennt, werden sowohl das Buffet als auch die Gäste im Restaurant dauerhaft mit Sprühnebel kühlschrankfrisch gehalten. Das hat leider den klitzekleinen Nachteil, dass nicht nur das Essen rasend schnell kalt wird, sondern auch der Gast oder die Gästin bereits nach einer Viertelstunde in etwa so aussieht, wie Beatrice Richter und Rudi Carrell in ihrem legendären “Tagesshow”-Sketch, als die beiden bei aufkommendem Sturm auf der Terrasse eines Bergrestaurants Spaghetti essen. Das ist ein so - verzeiht mir das Wort - geiler Sketch, weil die Schauspieler selbst sich vor Lachen kaum noch halten können, während ihnen triefnasse Spaghetti um die Ohren klatschen.

Koch Spier Estate

Denen, die hinterm Ofen stehen, macht der Nebel des Grauens nicht so viel aus, sie kochen gar köstlich, in meinem Fall, einen Teller voller Sepia.

Sepia mit Couscous

Einfach mit Couscous und etwas frischer Melone und Ananas - ein Genuss. Und nach dem Essen wird getanzt, ich schwöre, das waren keine Angestellten, sondern eine sehr ausgelassene Geburtstagsfeier. Und die Dame mit dem zierlichen Krönchen auf dem Kopf war die Jubilarin und hat das ganze Zelt gerockt und wir haben hingerissen geklatscht!

Tanzen im Spier Estate II

Manchmal kommt aber auch nur ein Strauß vorbei. Is doch auch was. Das lustige Restaurant heißt Moyo und man kann es nicht verfehlen, ist man einmal bei Spier. Der Parkplatz ist schon so groß wie ein Fußballfeld, ein hidden gem also.

Strauß im Spier

Frühstück in Kopenhagen

Friday, April 17th, 2009

Frühstück in KopenhagenDer Däne mags kräftig, glaube ich. Die Osterbrunches, die ich gesehen und gekostet habe, waren alle - sagen wir mal - für echte Wikinger gemacht. Brot, Wurst, Eier ohne Ende, hier und da Fisch, Pasteten. Und da man als Wikinger-Touri dem schicken Kopenhagener und der schicken Kopenhagenerin (die sind wirklich gut und eigenwillig stylish gekleidet!) in nichts nachstehen will, isst man eben auch wie ein Wikinger. Zum Frühstück zumindest. Das Abendessen wird auch schon mal ein Fiasko - doch dazu später. (dramaturgischer Bogen). Jedenfalls haben wir an beiden frühstücksrelevanten Tagen über Ostern nicht in unserem schicken Marriott direkt am Wasser gefrühstückt, sondern haben uns jeden Tag ein Cafe gesucht. Und beide Male war das Frühstück ausgesprochen gut, bunt und gar nicht teuer. Sonst heißt es ja immer, Skandinavien sei so teuer - also beim Frühstückengehen nicht. Der schönste Platz zum frühstücken war in einem Cafe direkt am Wasser, Adresse Islands Brygge 18 zwischen Njalsgade und Gunlogsgade. In einem mehr oder weniger Kulturzentrum - heißt auch Kulturhuset - , in dem auch Konzerte stattfinden, kann man für 10 Euro super frühstücken und dabei auf das wohl spektakulärste Viertel Kopenhagens blicken. Erbaut in den letzten Jahren glänzt dieses Wohn- und Geschäftsviertel durch wirklich außergewöhnliche Architektur, wie man sie in Deutschland selten sieht. Hier zwei Beispiele für Wohnhäuser am Wasser.Häuser Kopenhagen

Und wenn man dann auf seinen Teller schaut, sieht man neben Rührei, Zucchini-Ebly-Salat und schwarzem Brot auch noch eine fantastische würzige Wild- oder Leberpastete. Der Himmel für mich, einen typischen herzhaften Frühstücker. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es entweder Buffet gibt oder aber die Frühstückskarte derart übersichtlich ist, dass ein vegetarisches und ein nicht-vegetarisches Frühstück angeboten wird. Deshalb tummelt sich dann auf dem Teller auch entsprechend viel, eben entweder vegetarisch oder nicht, aber in jedem Fall alles durcheinander. Egal, gibt ja einen ausgesucht leckeren Kaffee dazu, cremig, stark und mit Milch versetzt, besserer Milchkaffee als in vielen Cafes Deutschlands. Lob den Dänen!

Häuser Kopenhagen II

Jetzt schnell noch einige Bilder des Früstückes und dann schnell zum teuren Abendessen, das Restaurant war - leider muss ich sagen - eine Empfehlung des Concierges des Marriotts. Naja, vielleicht hatte der Koch auch nur einen schlechten Tag!Zucchini-Ebly-Salat

Jedenfalls wollten wir abends nett ausgehen und Fisch essen. Doch - ja, da hätte man drauf kommen können - zu Ostern ist in Kopenhagen nahezu jedes Restaurant ausgebucht. Da braucht man eine Empfehlung für einen Geheimtipp vom Concierge und den bekamen wir auch, meinten wir. Also los ins Zeleste im Ausgehviertel Nyhavn. Trotzdem wir keine Reservierung hatten, war ein Tisch kein Problem, sehr nettes kleines Restaurant, flotte Bedienung und ich dachte schon, der Abend wird nett, bis die bestellten chilenischen (warum? Gibts in Dänemark keine Schafe?) Lammkoteletts auf den Tisch kamen. Fisch war in dem Moment ausgeschieden, als wir Rotwein geordert hatten. Die Lammkoteletts, immerhin 4 für den stolzen Preis von 26 Euro, waren kalt und leider war eins so ungenießbar, bestand nur aus Fett und Knorpel und Sehnen, das sich das Essen bei einer recht widerwilligen Bedienung zurückgehen ließ. Diese kommentierte meinen Wunsch, nachdem sie den Teller in die Küche gebracht hatte, mit den Worten, schöne Grüße vom Chef (das war der Koch) wenn ich sie nicht well done bestellt hätte, wäre die Qualität des Fleisches auch besser. Hä?? Bin ich völlig blöd? Was hat denn medium und well done mit Knorpel und Sehnen zu tun - das Fleisch war leider einfach nicht von guter Qualität. Punkt. Und das kann ich bei so einem Restaurant erwarten. Mein Freund hat derweil weiter gegessen und ich habe einen neuen Teller immerhin schon 20 Minuten später bekommen. Sorry, aber das geht gar nicht, finde ich. Deshalb hier auch der Link: Solltest ihr mal nach Kopenhagen fahren, vielleicht geht ihr ja nicht unbedingt ins Zeleste. www.zeleste.dk

Ich war übrigens nicht der einzige Nörgler, am Nebentisch fragten zwei Briten nach Fisch und wollten diesen gern filetiert, das mache der Koch nicht, war die Antwort. Und auf die Frage, ob der Koch anstrengend sei, hieß es, nein, er sei Franzose. Hmm…das kann ich jetzt nicht beurteilen. Aber beurteilen kann ich diesen Abend und schließe mit der Bewertung: nie wieder Zeleste!

Aber frühstücken kann man in Kopenhagen hervorragend. Ist wahr! Deshalb jetzt noch ein Bild dieser herrlichen Pastete.

Leberpastete

Rotweinrisotto mit Radicchio

Tuesday, February 12th, 2008

Ich war am Wochenende in Frankfurt einen Freund besuchen und habe da nicht nur ein nettes Hotel entdeckt “Villa Orange”, sondern war auch in einem Restaurant essen, dass ich jedem nur empfehlen kann. Der Laden heißt “Exil” und ist im Nordend. Ich habe mich als Hauptgericht für ein Rotweinrisotto mit Edelfischen entschieden, will heißen: Zander, Lachs, Heilbutt und Rotbarbe. Das hat mir so gut geschmeckt, dass ich - wieder zu Hause angekommen - mich selbst an einem Rotweinrisotto versucht habe. Gefunden habe ich das Rezept bei Brigitte - jaja, der Frauenzeitschrift.

Rotweinrisotto II

Und was soll ich sagen: Mit gerösteten Pinienkernen, Coppa und Radicchio ist das ein ganz feines Gericht, dass auch noch relativ schnell zuzubereiten ist. Ich habe heute mal ganz für mich allein gekocht und für eine reichliche Portion braucht man 100 gr Risottoreis, meiner war von Oryza in der orangen Verpackung. Dazu kommen noch eine Zwiebel, die man fein hackt, 40 gr Butter, ein TL Olivenöl, 30 gr geröstete Pinienkerne, etwa 200-300 ml Rotwein, 3 TL gehobelter oder gemahlener Parmesan und ein paar Scheiben Coppa sowie einen halben Liter Fleischbrühe (geht auch Instant).

Die Brühe aufkochen, die gehackte Zwiebel in der heißen Butter und Öl hellgelb dünsten, den trockenen Reis zufügen und unter Rühren - das ist überhaupt eine Erkenntnis des Gerichtes, Risotto entsteht durch immerwährendes Rühren - 2 bis 3 Minuten mitdünsten. Dann den Rotwein zuschütten und unter - genau! Rühren - einkochen lassen. Danach Schritt für Schritt die kochende Brühe zufügen und - genau: Rühren! Und zwar so lange, bis sie vom Risotto aufgesogen wurde. Die Coppa-Scheiben in einer Pfanne ohne Öl knusprig braten, Parmesan und Pinienkerne vorsichtig unter das Risotto mischen (ich sag jetzt mal nicht rühren, denn schließlich ist man Journalist und verlangt von den Kollegen täglich, dass sie Metaphern finden, da will man auch dem eigenen Anspruch gerecht werden :-) (weiter…)

Mole 3 in Lindau/Bodensee

Saturday, July 28th, 2007

Aussicht Mole 3

Allein schon wegen des gigantischen Ausblicks auf die Alpen im Abendrot ist der Besuch im Mole 3 ein MUSS!!!

Da ich ja nun des öfteren ins schöne Lindau an den Bodensee gondele - der Liebe wegen - hab ich mich dort natürlich ein wenig umgesehen und den einen oder anderen Laden, sprich Restaurant, Bar etc. ausprobiert. Für mich defintiv der absolute hotspot ist das Restaurant Mole 3 im Yachthafen von Lindau (nicht der Hafen für die Touri-Boote, die zu Dutzenden auf dem See kreuzen). Das Essen ist durchweg leicht und die Weine meist aus der Region (Meersburg, hmm…)

Mein Tip: Bodensee-Zander mit gedünstetem Gemüse und Kartoffeln

Bodensee Zander

(weiter…)

Restauranttipp Kesselhaus

Monday, June 4th, 2007

Forelle vom Grill

Wer in Leipzig gerne ausgeht und gut essen will bei gutem Service, der kommt an einem kleinen Restaurant im Stadtteil Schleußig nicht vorbei. Ich war nun schon 3mal dort und bin jedes mal aufs Neue begeistert. Das Kesselhaus in der Holbeinstraße. Kleiner Laden über 2 Etagen mit vielleicht 40 Plätzen und einer kleinen Außengastronomie im Hof. Jetzt im Sommer gibts eine extra Grillkarte, von der ich schon das Rinderfilet und die Forelle (siehe Foto) probiert habe. Das große Plus dieses Restaurants: alles BIO. Und alle Gerichte werden frisch zubereitet, nix aufgetaut oder so. Statt Ketchup oder Mayo gibts frische Dips zu den Gerichten. Lecker. Hingehen!