Portulaksalat

Monday, March 9th, 2009

PortulakIKennt jemand einen Salat namens Portulak? Ich kannte ihn jedenfalls nicht, bis ich die letzte Ausgabe meiner neuen Lieblingszeitschrift “Landlust” aufgeschlagen habe und auf einer der Rezeptstrecken einen Vorschlag für Portulaksalat fand. Ich kann mich auch nicht erinnern, diesen Salat jemals in einem Restaurant oder auf einem Markt gesehen zu haben. Na, nett, dachte ich, würde ich ja gern mal essen, aber woher nehmen? Westpaket? Fehlanzeige. War ja im Westen. Würde wohl ein frommer Wunsch bleiben! Dachte ich. Aber da ich ja seit Jahren die Republik von Nord nach Süd oder früher von Ost nach Süd der Liebe wegen neu vermesse, war ich im Flieger der Intersky (wo ich das Rezept gelesen habe, wo es aber leider diese tolle Zeitschrift noch nicht im Bordsortiment gibt - statt dessen “Freundin” und “Mens health”, well….) schon mal auf den richtigen Weg, Portulak zu finden, wusste ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auf dem Lindauer Wochenmarkt Samstag morgen wars dann so weit. Bei einem Bauern stand neben frischer Kresse, Feldsalat und Rucola auch Portulak in einer Kiste. Gekauft. Ach ja, Japan green auch.

Japan greenSieht so aus und gehört - sagt der Bauer - eigentlich in einen Wok. Tja, ich habs noch nie gesehen, weder in Thailand, noch in Burma, in Laos oder Kambodscha, obwohl, da fällt es mir ein wenig schwer, mich außer an einen tagelangen Durchfall an irgendetwas Eßbares zu erinnern. Nee, so was gehört nicht in ein Blog, dass sich mit Kochen und Essen beschäftigt. Ich verschone euch mit meinen kulinarischen Erinnerungen aus Kambodscha.

Ich habe mich jetzt mal schlau gemacht im Netz und siehe da - es ist gar nicht so einfach etwas Belastbares und einfach Verständliches über Portulak in Erfahrung zu bringen. Eßbar ist wohl nur der sogenannte Sommerportulak - bei dem es sich hoffentlich um den von mir gekauften handelt, ansonsten “Hallo Notarzt”. Wiki schreibt, Portulak sei mit Kakteengewächsen verwandt und gehöre zur Gattung der Bedecktsamer - also das sagt mir alles nichts. Besser siehts da schon bei heilkraeuter.de aus. Portulak ist ein Gartenunkraut, das man essen kann. Na prima. Der Bauer hat seinen Garten gejätet, mir Städter was von Wok erzählt und dabei noch einen Reibach gemacht. Ganz toll öko der Wochenmarkt :-) nein im Ernst, hier steht, Portulak habe nicht nur anitbakterielle und blutreinigende Wirkung, sondern er enthält auch viele Omega-3-Fettsäuren und viele Vitamine, besonders C. Und aus eigener Erfahrung kann ich noch sagen: Er schmeckt auch. Jetzt zu Japan green: ok, hier hat mir der Bauer definitiv einen Bären aufgebunden, mag ja sein, dass man das Kraut am Bodensee Japan green nennt, sonst heißt es aber deutschlandweit Mizuna. Da habe ich jetzt eine halbe Stunde für gebraucht, um das zu recherchieren - ich glaube, ich habe hundert Bilder im Internet verglichen, bis ich eine Abbildung ähnlich meiner gefunden hatte. Mizuna habe ich jetzt gelesen, ist ein japanischer Salat, eine Kohlart, und bereichert Salate und man kann ihn auch locker bei uns anbauen, denn das Saatgut gibts mittlerweile auch in Deutschland. Ich habe also den Mizuna, Portulak, frische Kresse und Feldsalat zu gleichen Teilen gewaschen  und vermengt. Dazu gabs ein Dressing aus dem Saft einer Orange, einem kräftigen Schuss Olivenöl und einem Schuss Balsamico plus Salz und Pfeffer. Ganz, ganz toller und frischer Salat, der durch die mir unbekannten Kräuter eine richtige Entdeckung war. Ach ja, das hier ist frische Kresse, Feldsalat kennt ja wohl hoffentlich jeder.

Kresse