Von den Winelands wieder ans Meer und der beste Cheesecake der Welt

Wednesday, December 16th, 2009

cheesecake mit CappuImmer schon habe ich mich gefragt, wer wohl den cremigste Cheesecake backt - ich bins jedenfalls nicht, obwohl dutzendfach probiert, mit oder ohne Sauerkirschen, mit viel Sahne oder weniger. Jetzt habe ich - für meinen Geschmack zumindest - den besten Käsesahne-Kuchen der Welt gefunden und ausgerechnet in Südafrika. Well, what can you do?! Jedenfalls kann man sehr schön den Leuchtturm von Mouille point in Kapstadt und das dahinterliegende Meer betrachten, sich an den in den Hafen ein- und auslaufenden chinesischen Riesen-Frachtern erfreuen und dabei ein Käsesahne-Teilchen nach dem anderen verdrücken, dazu lecker Cappucchino - echten Cappucchino - herrlich. Cafe Neo heißt der Laden und ist 129 Beach road, falls jemand da anrufen will +27 21 433 0849, ich glaub, die liefern auch. Leider habe ich nicht rausbekommen, ob die den Kuchen selbst machen oder nicht und vor allem an der Backmischung bin ich gescheitert, ok, vielleicht hätte ich fragen sollen. Langsam aber sicher entdecke ich hier offensichtlich ein Herz fürs Dessert und süße Sachen, denn eigentlich bin ich ja eher nicht so der Süße. Jedenfalls hat mich am nächsten Tag bereits die Belgian chocolate and caramel cake in Franschhoek umgehauen, die sah so massiv, glänzend, schokoladig aus, ich musste einfach zuschlagen, obwohl ich bereits ein Stück regular Schoko-Torte bestellt hatte. (OK, nach dem Urlaub Detox forever)

Belgian chocolate cakeKeine Ahnung, ob die Schokolade aus Belgien war, glaub ich ja eher nicht, denn dieser kleine Weinort gut 70 km von Kapstadt hat sogar einen eigenen Chokolatier. Das Cafe heisst (wo ist die sz taste auf einem EeePC?) übrigens Täumerei…Recht ham se..bei so einer Aussicht zum Kaffee trinken.

 Aussicht Träumerei

Recht hübsch anzuschauen diese kleinen Weinorte, Fraschhoek, Stellenbosch - aber meines Erachtens kann man das gut als day trip von Kapstadt aus machen, es sei denn man ist Fan eines bestimmten Weingutes und will dort unbedingt mal hin und einige Tage bleiben, um alle Weine durchzuprobieren. Aber wer abends noch etwas ausgehen mag, ist dort definitiv falsch, um 8 ist da der Hund verforen. Nee, aber schön ist es schon! Wir haben dass Basse Provence als Basis genutzt für ein paar Tage, kann man machen, muss man aber nicht. Aber hier gabs immerhin die Postkarten für die Daheimgebliebenen umsonst. Scheint sich jetzt für manchen etwas old fashioned anzuhören - Postkarten schreiben, von Hand?? Ja, old school aber schön und ich freue mich jedes mal, wenn ich den Briefkasten aufmache, und jemand hat mir einen handgeschrieben Brief oder eine Postkarte geschickt. Es sei denn, sie kommt von meinem laotischen Patenkind, das sich nun nach finanziertem Businness Administration College-Abschluss in Vientiane, als Schweinefarmer im Norden des Landes selbständig machen möchte und dafür dringend ein paar Hundert Euro braucht für den Ankauf von Ferkeln. Irgendwie hatte ich mir den beruflichen Werdegang des jungen Mannes etwas akademischer vorgestellt. Aber was willste machen, Kinder….viel Freude, viele Sorgen. 

Wers gern mal richtig afrikanisch mag - kulinarisch gesehen - der gehe doch in den Winelands ins Spier Estate, ein Gut kurz vor Stellenbosch, die scheinen so viel Zulauf zu haben, die haben sogar eine eigene Bahnstation. Hier kann man an einem 50 Meter langen Buffet so ziemlich alles kosten, was die südafrikanische Küche hergibt, zu den eigenen Spier-Weinen, versteht sich. Irgendwo muss die Kohle ja herkommen.

Buffet Spier Estate

Man muss allerdings schnell essen, denn wie man auf den Foto erkennt, werden sowohl das Buffet als auch die Gäste im Restaurant dauerhaft mit Sprühnebel kühlschrankfrisch gehalten. Das hat leider den klitzekleinen Nachteil, dass nicht nur das Essen rasend schnell kalt wird, sondern auch der Gast oder die Gästin bereits nach einer Viertelstunde in etwa so aussieht, wie Beatrice Richter und Rudi Carrell in ihrem legendären “Tagesshow”-Sketch, als die beiden bei aufkommendem Sturm auf der Terrasse eines Bergrestaurants Spaghetti essen. Das ist ein so - verzeiht mir das Wort - geiler Sketch, weil die Schauspieler selbst sich vor Lachen kaum noch halten können, während ihnen triefnasse Spaghetti um die Ohren klatschen.

Koch Spier Estate

Denen, die hinterm Ofen stehen, macht der Nebel des Grauens nicht so viel aus, sie kochen gar köstlich, in meinem Fall, einen Teller voller Sepia.

Sepia mit Couscous

Einfach mit Couscous und etwas frischer Melone und Ananas - ein Genuss. Und nach dem Essen wird getanzt, ich schwöre, das waren keine Angestellten, sondern eine sehr ausgelassene Geburtstagsfeier. Und die Dame mit dem zierlichen Krönchen auf dem Kopf war die Jubilarin und hat das ganze Zelt gerockt und wir haben hingerissen geklatscht!

Tanzen im Spier Estate II

Manchmal kommt aber auch nur ein Strauß vorbei. Is doch auch was. Das lustige Restaurant heißt Moyo und man kann es nicht verfehlen, ist man einmal bei Spier. Der Parkplatz ist schon so groß wie ein Fußballfeld, ein hidden gem also.

Strauß im Spier

good food, good wine and i am doing fine

Monday, December 7th, 2009

yellow fin tunaHow is the fish? Good. Ich habe - mal wieder - nicht selbst gekocht, sondern möchte euch nur einen Eindruck vermitteln und einen Tipp geben. Wie wäre es mal mit yellow fin tuna mit einer Chili-Honig-Marinade? Gestern Abend so gegessen in Kalk Bay, Harbour house - Restaurant mit Blick aufs Meer, was nicht schwer ist, da es dem Namen alle Ehre macht.  Seit vier Tagen in Südafrika und ich probiere in einem Crashkurs sämtliche Fischgerichte und auch Weine durch. Achtung dieser Entry beinhaltet richtig gute Restaurant- und Hoteltipps und das unverhohlene Unverständnis über meine Person, warum ich erst jetzt dieses Traumland entdeckt habe.

By the way: Ich habe Otto getroffen. Ja, Otto the big Rehakles. Jesus, nicht nur Wale, verdammt gutes Essen  und ein stylishes Hotel nach dem anderen, nein auch noch Fußball-Trainer-Berühmtheiten und das in einem Restaurant mit der wohl spektakulärsten Aussicht überhaupt (naja, gleich nach der Baude auf dem Adlersberg in Thüringen, von da aus schaut man nämlich auf die Perle des Thüringer Waldes - Suhl) woll! Also, ich im Two Oceans Restaurant gesessen, quasi am Ende der Welt, der südafrikanischen jedenfalls, am Kap der fröhlichen Hoffnung, und Otto und seine Souvlaki-Mannen nehmen eine Riesen-Fischplatter nach der anderen zu sich - ihr wisst schon, kurz vorm final draw der Fußball-WM braucht auch ein erfolgsverwöhnter Trainer nochmal nen Eiweißschock. Ach ja, die Aussicht: Treffen sich zwei Ozeane….der Atlantik und der indische Ozean und das ausgerechnet, während ich in dem schicken Restaurant da sitze und mir auch ne schicke Fischplatter kommen lasse. Warum sollen die soccer player allein einen Eiweißstau bekommen?!

Seafood Platter

Erkennt man, dass dieses leichte Mittagsgericht einen Hummer, mehrere Prawns, Fischcurry, Calamari und andere Arten frischen Fisches zu seinen Ingredenzien zählt? Ja, das ist meine Art einer Detox Diät, leichten Wein und leichten Fisch kombinieren und das Gefühl haben, wie eine Feder über die Strände ins türkisfarbene Wasser zu gleiten, tauchen, auftauchen und wie die beach boys hier quasi surferbodymäßig aus dem Wasser zu kommen. Bild meines Auftrittes anbei: ok, ich arbeite noch am letzten Schliff, spirit muss vielleicht etwas positiver rüberkommen!

fauler Pinguin

OK, ich habe Tipps versprochen - hier sind sie:

Sunset beach guesthouse, Kommetjie - aber wehe ihr fahrt da jetzt alle hin, das GH hat nur 5 Zimmer und liegt mitten in den Dünen an einem menschenleeren Strand. Traum. Auch für honeymonner.

Blackheath Lodge, Kapstadt, Anthony und Jonathan sind die perfektesten Gastgeber überhaupt. Zimmer 6, Vom Bett Blick auf Signal Hill und das Meer.

Restaurant Wakami, Kapstadt, Beach road, der beste Tuna in Sesammantel, liegt im aufstrebenden Viertel Sea Point, quasi neben dem neuen Stadion

Cafe Caprice, Kapstadt, Camps Bay, Burger und Salat mit super Aussicht aufs Meer, im sicherlich hippsten Stadtteil

Harbour House, Kalk Bay, siehe oben

Cafe Olympia, Kalk Bay, etwas Hippie, zwischen vielen Antiquitäten-Geschäften und Surfer Spots, lecker Cappuccino ….

to be continued…..nächste Stationen Weinlands, Garden Route, Botswana…..

Was wäre der Herbst ohne Maronen?

Wednesday, November 25th, 2009

geröstete MaronenKennst Du den Unterschied zwischen Maronen und Maronen? Das Eine sind Pilze, das Andere Esskastanien, aus letzteren habe ich heute eine Suppe gemacht. Maronen und Herbst, das passt wie Wirsing, Grünkohl, Rüben, Rosenkohl, alles leckere Herbst- und Wintergemüse, die für mich perfekt zur kalten Jahreszeit passen. Maronen habe ich zum ersten Mal selbst in der Küche verwendet und bis aufs Schälen, ist das ne ganz anständige Sache. Denn so richtig rockt ein völlig ruinierter Daumennagel nicht.

Gefunden habe ich das Rezept im “Kochteil” des SZ-Magazins, ist jetzt nicht die ausführlichste Feinschmecker-Rubrik, aber eine ziemlich effiziente. Denn hier beschränkt man sich auf wöchentlich ein Rezept, das meist recht einfach nachzukochen ist und trotzdem immer was Raffiniertes hat. Diese Woche eben Maronen-Suppe mit Chicorée. Wobei wir wieder bei einem alten Blog-Thema wären. Suppen haben eines mit Risottos gemein, sie lassen sich ziemlich schwer in einer wie auch immer gearteten Weise lecker fotografieren, sondern sehen meisten aus wie Matsch. Leckerer Matsch eben.

Maronen-SuppeMolto importante ist - frische Maronen und nixe bereits geschälte in Vakuum-Verpackung, nur weil Mutti die Nägel schonen will. Für 6 Suppenportionen (sehr kleine Teller :-) braucht man etwa 600 gr Maronen, die man einritzt und bei 220 Grad in den Backofen schiebt, dort 10 Minuten lässt, bis sie aufgeplatzt sind. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und schälen - dabei drauf achten, dass sie nicht ganz abkühlen, sonst klebt die Schale wieder an den Maronen und man bekommt den Kram gar nicht mehr runter. Dazu braucht man für die Suppe noch eine Scheibe Speck, 50 gr Butter, 4 klein gewürfelte Schalotten, 1 kleines Stück Knoblauch, 50 gr gewürfelten Knollensellerie, Zucker, einen Schuss Sherry oder Port, 750 ml Gemüse- oder Geflügelfond (kann man super mit etwas Wasser auffüllen), 1 Thymian- und 1 Rosmarinzweig, Salz, Pfeffer, 200 ml Sahne, Balsamico, Orangensaft und Chicorée. Juppheidi und los gehts!

Maronen im OfenDen Speck in einem Topf auslassen, vorher etwas klein schneiden, dann die Butter dazugeben, die Schalotten, Knoblauch und den Sellerie mit einer Prise Zucker darin andünsten. Dann die geschälten Maronen dazugeben (ein paar für später für die Deko zurückbehalten). Das Ganze mit etwas Sherry ablöschen, reduzieren und den Fond angießen. Den Rosmarin- und den Thymianzweig auch dazu und das Ganze eine gute Viertelstunde köcheln lassen, dann alles mit Salz und weißem Peffer würzen. Die Suppe in einen Mixer schütten, pürieren und anschließend passieren, also durch ein Sieb streichen. Jetzt kommt der Kalorien-Hammer: 200 ml Schlagsahne halbsteif schlagen und unter die Suppe rühren, mit einem Spritzer Balsamico würzen. Den Chicorée in Streifen schneiden und in etwas Butter und Zucker dünsten. Dann mit frischem Orangensaft ablöschen, reduzieren, salzen. Die Suppe aufschäumen, auf Teller geben und mit Chicorée und in Scheiben geschnittenen Maronen servieren. Wohlgemerkt: das ist keine Suppe aus Pilzen. Und um ehrlich zu sein, habe ich den ganzen Topf mit einem Mal aufgegessen und fühle mich nun so ungefähr, als hätte ich verbotenerweise auf einem Kindergeburtstag die ganze Sahnetorte runtergeschlungen. Vielleicht hätte ich doch nur einen Teller essen sollen.

Wie schmeckt der Schinken vom schwarzen Schwein?

Wednesday, October 14th, 2009

Jamon ibericoJamón Ibérico de bellota - der Schinken vom schwarzen Schwein. Ich dachte mir, was bringst du mit von Ibiza für die lieben Daheimgebliebenen und habe im duty free eine Tüte Lebensmittel eingepackt, Blut- und Leberwurst, Manchego und Chorizo, Olivenöl und Salz und eine kleine Packung Jamón Ibérico de bellota. Ganz genau wusste ich nicht, welcher Art dieser Schinken ist, ich hatte auf der Verpackung nur gelesen, dass die Viecher Eicheln fressen, ja warum denn auch nicht?! Macht ja quasi jede Sau, warum nicht die iberische? Dass die Eichelmast aber so ein teures Unterfangen ist, hätte ich nicht gedacht. An der Kasse verschlug es mir kurzfristig das urlaubsgebräunte Lächeln, bei 28,50 Euro für läppische 100 gr Schweinefleisch - und darum handelt es sich ja, machen wir uns mal nichts vor. Naja, hilft ja alles nichts, gekauft ist gekauft und man will sich ja im duty free auch nicht als Geizhals outen, indem man anfängt den Schinken umzutauschen, in, sagen wir mal, eine kleine Tube eye alert von Kiehls - und das ist ja nun etwas, das man immer brauchen kann.

Also Schinken eingepackt aber nicht den lieben Daheimgebliebenen geschekt, sondern schön - Hallo Geizhals! - selbst in den eigenen Kühlschrank gepackt und heute Abend aufgemacht. Was man für 28,50 für Genüsse bekommt! Der Schinken ist tiefdunkelrot, hat wenig Fettränder und hat einen ganz intensiven würzigen Geschmack. Sehr, sehr lecker. Dazu hab ich mir ein schönes Walnussbrot von Pfister gegönnt. Simpel aber geschmacksintensiv.

eingepackter Schinken

Und jetzt kommen wir doch mal zu diesem spannenden schwarzen Schwein, das kein Schwein kennt. Dem Netz entnommen habe ich, dass diese Tiere halbwild leben (äh…im Sommer so im Winter so - oder was?), dass ihr Schinken als der weltweit Beste gilt (ja, ich weiß…merkt man an der Kasse) und dass die Tiere zwischen Oktober und März tatsächlich in einem Gebiet in Südwestspanien zwischen Kork- und Steineichen spazieren und sich nur von Gräsern und Eicheln ernähren. Ich habe leider kein Bild von einem dieser Tiere, habe aber im Netz nachgesehen und die Bilder aufgrund des Urheberrechtes nicht kopiert. Sie sehen aus, wie ein Schwein eben aussieht, nur eben schwarz. Den Schweinen gehts auch nur wie den Schafen.

Das Fleisch der schwarzen Schweine kann man in Deutschland übrigens auch bei spezialisierten Händlern kaufen. Beispiel: 4 Iberico-Burger (Burger!!!) für 40 Euro…..Hossa!

Verlieren Olivenbäume im Herbst ihre Blätter?

Monday, October 5th, 2009

OlivenbaumDiese Frage habe ich mir heute gestellt, als ich unter eben diesem Baum saß, im Minutentakt eine Olive nach der anderen herunter und zum Glück nicht in mein Glas Rosé fiel und überhaupt, am 5. Oktober wird man eine solche Frage ja mal stellen können. Ich höre, in Deutschland ist es recht kühl und nass, hier auf Ibiza ist zwar windig aber warm, als wärs ein später Junitag. Eben von Candance Bushnell “One Fifth Avenue” ausgelesen und vor der Fahrt in die Stadt noch schnell die Fotos hochgeladen und für euch gepostet.

EsCucons

Seit fünf Tagen sind wir in diesem unserem Lieblingshotel hier auf der Insel, im Westen bei Santa Agnes gelegen. Traumhaft etwas oberhalb einer weiten Ebene mit Mandel- und Olivenbäumen. Nur 14 Zimmer und Suiten. Und essen, essen kann man hier, als wärs ein Sternerestaurant. Lammkarreè, frischen Fisch wie Wolfsbarsch natürlich, ibizenkische Wurst, Chorizo, Kartoffel-Gemüsekuchen…ein Traum. Einmal von diesem Platz gefangen genommen, hat man fast keinen Grund mehr, diesen Ort zu verlassen, das gemietete Auto macht auch Ferien, auf dem Parkplatz. Und wir pendeln zwischen Pool, Terrasse und Restaurant. Regen, Kälte…war da was? Alles vergessen. Weit weg. Nicht wahr. Jedenfalls nicht jetzt. Kommt schon noch früh genug. Eben noch einen Salat mit frischen Birnenstücken und Parmesanhobel gegessen sowie einen Shrimpssalat mit in Balsamicoreduktion gebratenem Spargel, frischen Spinatblättern und einem gebackenen Ziegenkäse auf einem dünnen Toast. Dazu wie gesagt Rosé und perliges Wasser. Mon Dieu!

Shrimpssalat mit Ziegenkäse

Eine Restaurantempfehlung gibts für den Ibiza-Urlaub noch gleich dazu: “El Olivo” in Eivissa in der Oberstadt. Stühle und Tische auf der Straße, Mittelmeer-Küche wie Lammhirn oder Lammkarree. Hier geht einem auch kein Autofahrer auf den Nerv, da die Oberstadt in der Saison autofrei ist aber unbedingt reservieren, sonst kann es sein, dass man anstehen muss.

Olivenbrot

Zum Schluss: Das Hotel heißt “Es Cucons”, ich teile nun das Wissen mit euch um meinen absoluten Lieblingsplatz. Ein Traumhotel und diese hideaways hat man ja nicht so gern übervölkert und in aller Munde. Aber sei es drum. Es ist zu schön, um es allein zu genießen. Und Olivenbäume verlieren im Herbst nicht ihre Blätter, denn sie sind immergrün. Ähnlich wie der Mensch seine gute Laune und sein Haar, verliert der Olivenbaum seine Blätter nur bei Stress. Wieder was gelernt.

Chilisalat mit Thunfisch

Sunday, September 27th, 2009

Ja Leute, ich weiß, der Thun ist überfischt quasi in allen Meeren und man darf, soll und so weiter als verantwortungsvoller Konsument eigentlich keinen essen, denn viele Arten stehen vor dem Aussterben. Aber Thunfisch ist nun mal wirklich sehr, sehr lecker (wenn auch extrem fettreich) und ein ungemein gesunder Fisch. Und ich will auch 100 Jahre werden, wie viele japanische Sushi-Esser. Deshalb ist man ja auch bereit für 8 Thunfisch-Steaks 65 Euro zu zahlen, wie ich beim Fischhändler auf dem Hamburger Fischmarkt. Meine Güte, da versteht man das Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Thunfisch-Steaks

Wenn ich das richtig überreiße, ist der von mir gekaufte Thunfisch ein Gelbflossen-Thun, denn das Fleisch wurde beim Braten nahezu weiß. Thunfisch bleibt ja sowieso - wenn man ihn nur kurz, d.h. sekundenlang erhitzt - innen roh. So esse ich ihn jedenfalls am liebsten. Den Fisch spült man unter fließendem Wasser ab, trocknet das Fleisch dann wieder und salzt es leicht, bevor man die Steaks in einer Pfanne mit sehr heißem Chiliöl etwa 10 Sekunden brät. Dann die Thunfischsteaks nochmal mit Chiliöl bestreichen und im Ofen bei 80 °C warm halten.

Dressing und Papaya-Salat

Jetzt gehts an den Salat, der aus Papayas und Zucchini besteht und der ist wirklich ein Traum. Zuerst will ich aber mal alle Zutaten auflisten, die man braucht für den Salat inklusive Thunfischsteak. Für 4 Leute kaufe man 4 Thunfischsteaks, ist ja logisch. Dazu braucht man Chiliöl, Meersalz, 2 unbehandelte Zitronen, braunen Zucker, 2 kleine reife Papayas, etwa 150 gr Zucchini (so genau muss man das aber nicht nehmen), 1 kleine rote Chilischote, süße Chilisauce, Obstessig, Mango-Chutney und frisch geriebene Zitronenschale. Bei den Zucchinis finde ich es immer ganz hübsch, wenn man nicht nur die grünen, sondern auch noch eine gelbe darunter mischt. Da die Papaya ja orange ist, geben die unterschiedlichen Farben der Zucchini dann eine farblich schöne Mischung. Das Auge… und so weiter, ihr wisst schon!

Papaya-Salat

Für den Salat die Zucchini und die Papaya in Würfel schneiden, die Chilischote halbieren, entkernen und in kleine Fitzelchen schneiden und an den Salat geben. Vorsicht, kommt man mit den Fingern an das Schoteninnere, dann anschließend auf keinen Fall ins Auge fassen oder in die Nase oder an andere empfindliche Körperteile, es sei denn, man mag außergewöhnliche Reize. Aus 5 EL Chilisauce, 4 EL Obstessig und 2 EL Mango-Chutney eine Marinade rühren und unter die Salatzutaten mischen. Das Ganze mit 1 TL Zitronenabrieb und Meersalz abschmecken. Dann die beiden Zitronen längs halbieren und in der Pfanne, in der man die Thunfischsteaks gebraten hat, 2 EL braunen Zucker karamellisieren und die Zitronen mit der Schnittstelle hineindrücken und einige Sekunden braten lassen.

Die Thunfischsteaks aus dem Ofen holen, Zitrone beilegen und den Salat anrichten. Das Ganze kommt so leicht, so Sommer, so Thai daher. Fürchterlich lecker.

Thun mit Papaya-Salat

Henzes Gourmetsalat mit Mozzarella

Sunday, September 27th, 2009

Wenn das Wetter so schön ist, wie heute in Hamburg und man nochmal draußen an der Elbe liegen kann und den Schiffen zuschaut, wie sie in den Hafen einlaufen oder die schönste Stadt der Welt wieder verlassen, dann kommt mit Sicherheit so ein Abend, an dem man was Besonderes möchte und da habe ich zwei tolle Ideen, die ich beim Fernseh-Koch des MDR abgeschaut habe. Als Erstes möchte ich den Tomaten-Spargel-Salat posten. Thats lecker Leute!

Henzes GourmetsalatWie ihr sicherlich unschwer an dem Bild erkennt, ist das ein warmer Salat, denn Strauchtomaten und grüner Spargel schmoren in der Pfanne. Aber der Reihe nach. Für 4 Leute braucht man etwa 200 gr Strauchtomaten, 200 gr grünen Spargel, 2 EL Pinienkerne, Olivenöl, Rosmarin und Thymian,  eine halbe Knoblauchzehe, Zucker, Balsamicoessig, eine süßsaure Chilisauce, Salz, Pfeffer, einen Mozzarella Käse und einen Bund Rucola. Den kann man ja jetzt wieder essen, nachdem das Mediengeschrei um einen Stängel Kreuzkraut wieder vestummt ist - war da was - erinnert sich noch jemand - hat sich irgendwas geändert im Rucola-Angebot oder hatte die Republik nur ein par Tage eine angstverzerrtes Gesicht bei jeder Gemüse-Auslage?

Welcome back Rucola! Das soll mir ein Extra-Foto mit seinen Freunden wert sein!

Rucola mit grünem Spargel, Tomaten und Zucchini

Fangen wir also an: Tomaten waschen und vierteln und die Stiele rausschneiden, beim Spargel die Stängelenden abschneiden und die Stangen in etwa 2 Zentimeter lange Stücke schneiden. Etwa 5 EL Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und Tomatenstücke, Spargel und die 2 EL Pinienkerne kurz anbraten. Den jeweils einen Rosmarin- und Thymianzweig abspülen und in die Pfanne dazugeben, ebenso die halbe kleingeschnittene Knoblauchzehe. Über alles einen TL Zucker streuen und karamellisieren lassen. Mit den 5 EL Balsamicoessig ablöschen, die Pfanne vom Herd nehmen und alles mit 4 EL süßscharfer Chilisauce, Salz und Pfeffer würzen. Dann den Mozzarella in kleine Würfel schneiden, den Rucola verlesen!!!, waschen und trockenschleudern und danach etwas zerzupfen und dabei grobe Stiele wegwerfen. Mozzarella und Rucola unter das Tomaten-Spargel-Zweierlei mischen, mit etwas grobem Pfeffer aus der Mühle würzen, die zwei Kräuterzweige herausnehmen und Voilà! servieren.

Wenn der Fernseh-Koch des MDR weiter so lecker kocht, ist es doch nur selbstverständlich, dass man immer mal wieder reinschaut in seine Sendung “Hier ab vier” - beim MDR reimt sich vieles - da kocht er jeden Tag um viertel vor 5. Der Allgäuer macht das ganz gut und hat vor allem einen Geschmack, der auch den meinen trifft.

Gebackene Baby-Artischocken

Sunday, September 27th, 2009

Manchmal will man ja vor der eigentlichen Vorspeise einen kleinen Gimmick reichen - Gruß aus der Küche-Gedöns - zum Öffnen der Herzen und Mägen. Bevor wir neulich zwei Christian Henze Rezepte ausprobiert haben (MDR-Fernseh-Koch), gabs zu einem leichten Sommer-Weißen vom Bodensee für jeden zwei im Ofen gebackene Baby-Artischocken.

Baby-Artischocken IIDa man sowieso nur das Innere und im Zweifelsfall die Herzen der Artischocken isst, habe ich sie gar nicht erst gewaschen, sondern gleich reichlich mit Olivenöl übergossen und aufs Blech und bei 180 Grad ein paar Minuten im Ofen backen lassen. Am Ende streut man je nach Gusto noch Meersalz drüber und fertig ist die Abblätterei als Gimmick. Mal im Ernst: Viel dran ist an so einer Artischocke ja sowieso nicht, von daher ist es nicht mehr als ein aufmerksamkeitsheischender Klingelton, der ein Essen einläutet.