Kleiner Helfer

Monday, May 5th, 2008

Es gibt so viele Gimmicks, die man kaufen kann, und die einem dann angeblich sensationell die Arbeit im Haushalt erleichtern. Die meisten braucht kein Mensch, aber dann entdeckt man immer wieder kleine Helfer, die doch Sinn machen, auch wenn sie “nur” was Schönes zaubern. Sprich für den Geschmack eines Essens sind sie völlig unerheblich, aber das Resultat sieht eben einfach so viel besser aus! So geht es mir derzeit mit dem Julienne-Schneider.

Julienne-SchneiderGesehen und ausprobiert habe ich das Teil zum ersten Mal beim Besuch eines Freundes in Bonn und am nächsten Tag gleich gekauft. Besonders sinnvoll ist es für mich, weil man damit Möhren, Rettich etc. in ganz feine lange Fäden oder Streifen schneiden kann (nachdem man sie geschält hat). Da ich asiatische Suppen liebe, und lange Möhrenstreifen oder ähnliches darin ganz besonders gut aussehen, habe ich mir den Julienne-Schneider zugelegt. Ich weiß gar nicht mehr, was er gekostet hat, hergestellt haben ihn die Jungs und Mädels von Victorinox, das sind die Leute, die auch Schweizer Messer machen. Gell, scharf ist das Teil allemal. Ausprobiert habe ich es auch schon, bei einer Gemüsebrühe mit Seidentofu und Rettich. Kommt als nächster Post. Ganz was Feines.

Kakao-Granité auf Orangenjoghurt

Thursday, May 1st, 2008

Food&GlasDa habe ich mir doch wieder mal ein schickes Kochbuch gegönnt. In einer Buchhandlung in Suhl in Thüringen habe ich die Ausgabe “Food & Glas” aus dem Christian Verlag aufgestöbert. Davon besitze ich bereits “Terrinen & Pasteten” und “Cake & Kuchen”, zwei Ausgaben, die ich sehr liebe. Denn in den Büchern dieser Reihe sind nicht nur ausgefallene Rezepte, sondern sie sind auch einfach und klug erklärt und das Wichtigste: Das Essen schmeckt raffiniert! Da habe ich letztens ein galaktisches Dessert probiert - Kakao-Granité auf Orangenjoghurt. Zugegeben: Es ist recht anspruchsvoll in der Herstellung, aber ein echtes Aha-Erlebnis für die Zunge, die kleine….und wenn man einmal weiß, dass Granité nichts anderes ist, als gefrorenes Zuckerwasser, hat der schicke Name auch schon seinen Schrecken verloren.

Für vier Portionen Dessert braucht man 75 gr Zucker, 2 EL Kakaopulver, 2 EL Rum, die Schale und den Saft von 3 unbehandelten Orangen, 1 Vanilleschote, einen halben TL gemahlenen Zimt, eine halbe Chilischote, 2 Sternanis, 3 Kardamomkapseln und 300 gr Joghurt (1,5% Fett). Dabei fällt mir ein: Als ich einkaufen war für das Essen, suchte ich angestrengt nach Kardamom im Gewürzregal und auf die Frage danach belehrte mich eine Gewürzhandelsfachkraft, Kardamom sei ja nun wirklich ein Weinachtsgewürz und im April schon lange nicht mehr im Handel. Fehlte eigentlich nur noch, dass sie ein “Blöder Kunde”-Schild auf der Stirn trug. Ich habs dann im Feinkost-Laden geholt. Blöder HIT-Markt! Aber god shave the Queen und sämtliche Gewürzhandelsfachkräfte. Geschenkt!

Der kleine süße-orangen-herbe Schmackofatz kommt folgendermaßen in Eure Gläser: Den Zucker mit 250 ml Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Vom Herd nehmen, Kakao und Rum unterrühren und abkühlen lassen. Dann in eine flache Form/Gefäß gießen und 5 Stunden ins Gefrierfach stellen. Gelegentlich umrühren. In der Zwischenzeit die Orangen waschen, die Schale abreiben, danach die Früchte halbieren und auspressen. Den Saft, die abgeriebene Schale und die Gewürze in einen Topf geben und einkochen, bis eine Art Sirup entsteht. Dann abkühlen lassen und die Gewürze entfernen. Den Joghurt und den Sirup miteinander vermischen .

Kakao-GranitéVier Gläser jeweils mit der Joghurt-Masse befüllen. Ich habe dazu meine Ramazotti-Gläser genommen, die sich hervorragend eignen. Die Kakao-Mischung aus dem Gefrierfach nehmen und auf dem Joghurt verteilen. Besonders schön sieht es aus, wenn man die Kakao-Granité Portionen entweder mit einem Eisportionierer oder einem Kaffeelöffel auf den Joghurt legt. Dann bleibt die Eismasse schön rund und wirkt nicht so zerbröselt. Das Dessert sofort servieren, denn der Kakao-Spaß zerläuft recht schnell.

Dorade mit Tiroler Speck

Tuesday, April 29th, 2008

4 Bio-Doraden für 40 Euro. Jawoll. Bio ist nicht nur gut, sondern auch teuer. Weiß doch jeder. Naja, ein Fisch für 10 Euro, schade, dass in Leipziger Flüssen keine Doraden schwimmen, sonst würde ich mir eine Angel kaufen. Obwohl - bei der Wasserqualität sind die Fische sicherlich nicht mal Bio-Qualität, selbst wenn man sie mit Brötchen vom Bio-Bäcker füttert….Und so sehen Bio-Doraden aus, wenn sie die Fischtheke meines Vertrauens verlassen, irgendwie traurig, finde ich. Glücklicher sehen sie fertig gegart aus, mit Speck und allem zipp und zapp. Siehe weiter unten!

Dorade roh

Aufgewachsen sind die Fische in Griechenland, vor Kefalonia, einer der ionischen Inseln, in einer ziemlich großen Bio-Fisch-Anlage, wo Doraden und Wolfsbarsche gezüchtet werden, der einzigen Bio-Anlage übrigens, zumindest in Griechenland. Sagt der Vermarkter & Importeur.

Bevor man beginnt, die Fische zu verarbeiten, soll man eigentlich die Kiemen entfernen und sämtliche Flossen. Ehrlich gesagt, habe ich mich davor gescheut und habe nur eine Seitenflosse herausgeschnitten. So eine Fischzerlegerei bekommt doch recht schnell einen ganz unappetitlichen Beigeschmack. Und nicht nur, weil die Finger ganz schön fischig riechen. Ich habe Tiere und Teile von ihnen am liebsten bereits küchenfertig vorbereitet, alles andere riecht mir zu sehr nach Schlachthof. Und da ich als junger Mann mal 3 Tage in einem solchen Zerlegebetrieb gepraktikumt habe, ist eine gewisse - sagen wir mal - Abneigung - geblieben.

Doade ofenfertig

Die (hoffentlich schon ausgenommenen) Doraden waschen und innen und außen trocknen, innen leicht salzen und pfeffern. Dann mit einer Füllung aus Zwiebeln, Knoblauch und frischem Oregano füllen. Dazu braucht man 200 gr Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen und vier Stängel frischen Oregano. Die Zwiebeln und den Knoblauch abziehen und grob hacken, die Blättchen vom Oregano abzupfen, waschen und auch hacken. Zwiebeln und Knoblauch in etwas Öl glasig dünsten, dann den Oregano dazu geben und alles noch ein paar Minuten in der Pfanne dünsten. Die Masse dann in die Bauchhöhlen der Fische füllen, diese zudrücken und die Fische mit einigen Scheiben Tiroler Speck ummanteln.

Dorade fertig

Ein Backofenblech mit Folie auslegen und mit Öl einstreichen. Dann die Fische darauf legen bei 220 Grad auf der mittleren Schiene im Backofen für ca. 20 Minuten backen. Ich habe das Ganze mit Kürbis-Kartoffel-Pürree (siehe Post vom 16. März) und einigen gebutterten Salbei-Blättchen serviert. Wenn ich mir die fertigen Bilder der gebackenen Doraden so ansehe, glücklicher wirken sie noch immer nicht als zu dem Zeitpunkt in der Fischtheke, aber sie schmecken jetzt wenigstens lecker.

Totopos mit Guacamole

Monday, April 28th, 2008

Liebe Leute, was sind denn Totopos? - habe ich mir gedacht, als die “Gala” dieses Rezept veröffentlicht hat. Die Antwort ist so schlicht. Tortilla-Chips. Klar, Totopos hört sich viel origineller an, als Chips, die man auf der Couch in sich hineinstopft. Die Chips sind schnell gemacht. Aus dem Supermarkt - Lateinamerika-Regal - holt man sich fertige weiche Maistortilla-Chips, schneidet sie in Dreiecke, pinselt sie mit Öl ein und schiebt sie in den Ofen bei 180 Grad für 8 - 10 Minuten. Das macht sie nicht nur heiß sondern auch knusprig. Aus dem Ofen holen und leicht salzen.

GuacamoleFür die passende Guacamole braucht man 2 weiche Avocados, 2 EL fein gehackte Zwiebeln, 2 Chilis und 2 EL frischen Koriander beides auch fein gehackt und eine Limette. Zuerst die Avocados halbieren, schälen und entsteinen und das Fruchtfleisch in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die gehackte Zwiebel, den Koriander und die Chilis vorsichtig zugeben, so dass man die Avocado nicht zermatscht. Jetzt die Limette ausdrücken und den Saft untermischen, mit etwas Salz abschmecken und als Garnitur einige Korianderblättchen obendrauf packen - fertig! Viva la Mexico!

Ich persönlich habe mal vor lauter Fitness-Wahn eine Zeit lang keine Avocado gegessen, weil sie recht viel pflanzliches Fett enthalten. So dumm kann man sein! Besser als ein Schweineschnitzel sind sie allemal. Zudem enthalten sie wohl recht viel Vitamin E und einfach ungesättigte Fettsäuren (gut fürs Herz und leichter zu verdauen). Esst mehr Avocados!

Weißes Porzellan

Monday, April 28th, 2008

Am Liebsten mag ich persönlich ja eine festlich gedeckte Tefel, wenn sie nur mit weißem Porzellan eingedeckt ist. Ich weiß nicht warum, aber all die Muster, Blüten, Dekors mag ich nicht. Und nun ist ja weiß auch nicht gleich weiß, wird jeder wissen, der schon mal ein Ersatzteil für etwas Zerschlagenes kaufen musste. Für alle Weiß-Liebhaber habe ich da einen Tipp! Bei einem Bummel über die Berger Straße in Frankfurt bin ich wieder mal in einem Laden schwach geworden, den ich schon länger sehr mag, denn er verkauft nur weißes Porzellan, und davon jede Menge.

weißes PorzellanNicht nur Teller und Tassen, sondern auch Eierbecher, kleine Töpfe für Brotaufstriche, Tarteförmchen, Buttermesser mit weißen Porzellangriffen, sogar Seifenschalen fürs Bad. Was man eben so braucht für den Haushalt - oder auch nicht, aber aus unerfindlichen Gründen haben muss. Ach - und wunderschöne Gläser aus einer französischen Manufaktur haben sie auch. Naja, jedenfalls habe ich dort für Umsatz gesorgt und dachte mir, das könnte ja auch ein ganz schöner Tipp für die eine oder den anderen Leser hier sein. Wen es interessiert: weissundco.de

Büffelschinken

Friday, April 25th, 2008

Wasserbüffel sind ja eigentlich nur dafür bekannt, dass sie die Milch für Büffelmozarella liefern und in Asien Reisfelder pflügen. Zumindest für mich war das so bis zu meinem Besuch im Bio Supermarkt gestern. Da lag in der Fleischtheke so eine Art Bündner Fleisch, das mir die Verkäuferin als Büffelschinken angeboten hat. Mit meiner Vermutung, es sei Bündner Fleisch lag ich wohl nicht so ganz falsch. Denn Bündner Fleisch ist ja auch vom Rind.

BüffelschinkenDas Fleisch ist extrem mager und 6 Wochen in Wein und Gewürzen eingelegt worden und abgehangen. Nun bin ich kein Schinken-Experte, aber der Büffel-Schinken hat einen extrem leckeren, würzigen, fast herben und dabei herzhaft-aromatischen Geschmack. Nicht zu vergleichen mit Supermarkt-Gedöns. In ganz dünne Scheiben geschnitten schmeckt er gut zu frischem Walnuss-Brot, zum Beispiel. Der Schinken, den mein Bio-Supermarkt hier in Leipzig verkauft, stammt von einem ökologischen Büffelhof namens Bobalis in Jüterbog/Brandenburg. Wer auch mal Büffelfleisch oder Mozarella probieren möchte, schaue auf Bobalis.de, für mich war es wirklich eine Entdeckung, die sich gelohnt hat!

Kohlrabicreme-Suppe

Friday, April 25th, 2008

Kohlrabicreme-SuppeJetzt wird das Bärlauch-Pesto - siehe letzter Post - weiter verarbeitet. Und zwar als Zugabe zu einer Suppe. Kohlrabisuppe, mit Creme, sprich Schlagsahne, yeah fight the fat fighters! Lecker Süppchen für 4 braucht folgende Zutaten: einen großen Kohlrabi, eine Kartoffel, eine Zwiebel, 100 ml Olivenöl, einen dreiviertel Liter Gemüsebrühe, 100 gr Kirschtomaten, 150 gr Schlagsahne, Salz und Pfeffer. Den Kohlrabi und die Kartoffel schälen und in Würfel schneiden, Zwiebel abziehen und auch in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel dann in einem Topf in einem EL Öl glasig dünsten. Kartoffelstückchen und Kohlrabi dazugeben, mit der Brühe auffüllen und alles etwa 15 Minuten kochen. In der Zwischenzeit kann man leicht das Bärlauch-Pesto machen (siehe unten). Dann die Tomaten waschen, halbieren, entkernen und würfeln. Das gekochte Gemüse etwas abkühlen lassen und pürieren. Die Sahne unterrühren und das ganze mit Salz und Pfeffer abschmecken und noch einmal kurz aufblubben lassen. Dann die Suppe auf die Teller verteilen, mit Pesto und Tomatenstückchen garnieren und servieren.

Bärlauch-Pesto selbstgemacht

Wednesday, April 23rd, 2008

Bärlauch-PestoImmer im Frühling weht vom nahen Auenwald eine Brise leichten Zwiebel-Knoblauch-Duftes hier durch die angrenzenden Straßen der Leipziger Südvorstadt. Bärlauch-Zeit. Der Auenwald ist ein recht großes naturbelassenes Stück Ur-Wald, das sich entlang einiger Stadtteile durch Leipzig zieht. Und jedes Jahr im März/April wächst dort Bärlauch wie andernorts Unkraut, nämlich flächendeckend. Das hat den großen Vorteil, dass ich dieses Kraut für die Küche nicht kaufen muss, sondern gemütlich mit dem Rad in den Wald fahre und mir eine Hand voll selbst zupfe.

Ich persönlich finde ja, dass Bärlauch inzwischen eine Bedeutung für die Küche hat, wie etwa H&M für den Klamottenmarkt. Es war mal ne ganze Zeit hipp, mittlerweile ist es so mainstream & billig, dass es überall drin & dran ist, jeder zweite Bäcker hat heute Bärlauchbrötchen. Aber gut - einmal im Jahr kann man das Kraut ruhig verarbeiten, zumal es ja wirklich gut schmeckt und auch noch gesund sein soll. Bärlauchpesto geht ganz schnell und einfach. Man nimmt einen Bund Bärlauch (fragt mich jetzt nicht, wie viele Blätter da drin sind, ein Bund halt), etwa 80 ml Olivenöl, 4 EL Walnusskerne und etwa 50 gr fein geriebenen Pecorino. Den Bärlauch waschen (Vorsicht Fuchsbandwurm!), trocknen und die Blätter in Stücke schneiden. Dann das Öl und die Walnüsse dazugeben und alles ganz fein pürieren. Zuletzt den Pecorino unterrühren. Violá - fertig ist das Bärlauch-Pesto! Das kann man nun mit geröstetem Weißbrot oder aber als Beigabe zu einer Suppe genießen, sprich pur oder aber als Verfeinerer anderen Essens.