4 Bio-Doraden für 40 Euro. Jawoll. Bio ist nicht nur gut, sondern auch teuer. Weiß doch jeder. Naja, ein Fisch für 10 Euro, schade, dass in Leipziger Flüssen keine Doraden schwimmen, sonst würde ich mir eine Angel kaufen. Obwohl - bei der Wasserqualität sind die Fische sicherlich nicht mal Bio-Qualität, selbst wenn man sie mit Brötchen vom Bio-Bäcker füttert….Und so sehen Bio-Doraden aus, wenn sie die Fischtheke meines Vertrauens verlassen, irgendwie traurig, finde ich. Glücklicher sehen sie fertig gegart aus, mit Speck und allem zipp und zapp. Siehe weiter unten!

Aufgewachsen sind die Fische in Griechenland, vor Kefalonia, einer der ionischen Inseln, in einer ziemlich großen Bio-Fisch-Anlage, wo Doraden und Wolfsbarsche gezüchtet werden, der einzigen Bio-Anlage übrigens, zumindest in Griechenland. Sagt der Vermarkter & Importeur.
Bevor man beginnt, die Fische zu verarbeiten, soll man eigentlich die Kiemen entfernen und sämtliche Flossen. Ehrlich gesagt, habe ich mich davor gescheut und habe nur eine Seitenflosse herausgeschnitten. So eine Fischzerlegerei bekommt doch recht schnell einen ganz unappetitlichen Beigeschmack. Und nicht nur, weil die Finger ganz schön fischig riechen. Ich habe Tiere und Teile von ihnen am liebsten bereits küchenfertig vorbereitet, alles andere riecht mir zu sehr nach Schlachthof. Und da ich als junger Mann mal 3 Tage in einem solchen Zerlegebetrieb gepraktikumt habe, ist eine gewisse - sagen wir mal - Abneigung - geblieben.

Die (hoffentlich schon ausgenommenen) Doraden waschen und innen und außen trocknen, innen leicht salzen und pfeffern. Dann mit einer Füllung aus Zwiebeln, Knoblauch und frischem Oregano füllen. Dazu braucht man 200 gr Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen und vier Stängel frischen Oregano. Die Zwiebeln und den Knoblauch abziehen und grob hacken, die Blättchen vom Oregano abzupfen, waschen und auch hacken. Zwiebeln und Knoblauch in etwas Öl glasig dünsten, dann den Oregano dazu geben und alles noch ein paar Minuten in der Pfanne dünsten. Die Masse dann in die Bauchhöhlen der Fische füllen, diese zudrücken und die Fische mit einigen Scheiben Tiroler Speck ummanteln.

Ein Backofenblech mit Folie auslegen und mit Öl einstreichen. Dann die Fische darauf legen bei 220 Grad auf der mittleren Schiene im Backofen für ca. 20 Minuten backen. Ich habe das Ganze mit Kürbis-Kartoffel-Pürree (siehe Post vom 16. März) und einigen gebutterten Salbei-Blättchen serviert. Wenn ich mir die fertigen Bilder der gebackenen Doraden so ansehe, glücklicher wirken sie noch immer nicht als zu dem Zeitpunkt in der Fischtheke, aber sie schmecken jetzt wenigstens lecker.